Sunday, October 21, 2007

Wind of Change? Noooooo!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass man mich letzte Woche in einen Kofferraum pferchen wollte? Um Geld für Bus und Taxi zu sparen sind wir zu sechst in Louise's Sportwagen gefahren, der eigentlich idealerweise nur für zwei Leute geeignet ist. Möglichkeit: Die Kleine muss in den Kofferraum. Schlussendlich haben wir uns dann aber zu dritt auf die winzige Rückbank gequetscht und Jeny lag quer über uns. Als in Bournemouth dann sechs Leute nach und nach aus dem Sportwagen kletterten, gab es einige beeindruckte Blicke.

Gestern haben wir aber ganz legal ein Taxi genommen um zu Charlottes Haus zu kommen. Sie hatte eine kleine Party für unseren Kurs organisiert. Die Party begann mit etwa 20 Leuten, die in einem kleinen Wohnzimmer vorm Fernseher saßen und sich prügelnde Männer ansahen. Rugby World Cup, England im Finale. Hat nichts daran geändert, dass die Engländer verloren haben. Danach gab's mehrere Stunden lustige SingStar-Karaoke. Erst beeindruckten Luciana und ich mit einer stimmlichen Glanzleistung zu Tina Turners "What's Love Got To Do With It", bevor Amit und ich als Highlight des Abends "Wind of Change" im deutsch-indischen Duett anstimmten. Leider habe ich nur bei Snow Patrols "Run" gegen Charlottes angetrunkenen Mann gewonnen. Vielleicht verwerfe ich die Idee einer Gesangskarriere doch wieder.

Go Lewis! Charlottes Jüngster hat fast alle Gesangsduelle des Abends gewonnen.

Auf dem Nachhauseweg hat uns der Taxifahrer über einen Umweg zurück nach Poole gebracht. Während der Fahrt haben wir ihn dann gefragt, warum er auf dem Weg nach Poole erstmal durch ganz Bournemouth fährt und er antwortete: "On Wessex Way, there's usually a lot of traffic." Traffic? Traffic? Es war zwei Uhr nachts! Der Spaß kostete uns 24 Pfund. Schweinehund.

Monday, October 15, 2007

30 seconds on... fish-frying

Stress. STRESS! Zweite Woche und schon am Rande des Wahnsinns. Naja, vielleicht nicht ganz. Aber es war schon ein bisschen frustrierend, dass wir in den letzten Tagen etwa sechs Stunden Arbeit in eine 10-minütige Präsentation gesteckt haben. Klar will zur Zeit noch jeder eine gute Leistung abliefern, aber man muss ja auch mal Prioritäten setzen. Gestern saß ich auch noch sieben Stunden in der Bibliothek und habe gelesen. Sonntags stört einen wenigstens keiner dabei. Den theoretischen Text für unsere andere Präsentation habe ich kaum verstanden, aber eine nette Internetseite hat mir alles in Normalsprech übersetzt. Erfreulich war jedoch, dass ich zwischen all den Dingen, die ich gelesen habe, in der Marketing die Referenz zu Stephen Fry herausgelesen habe. Er begegnet einem doch überall!

30 seconds on... fish-frying

Saturday Night Fish Fry by Louis Jordan and His Tympany Five (1949) has been called one of the first rock'n'roll records. A jump-jive cover of an original by Eddie Williams and His Brown Buddies, relating the tale of a wild night out, it went on to be used as the theme to Stephen Fry's radio series Saturday Night Fry in 1988.

Fragt mich nicht, was das in einer Marketing-Zeitschrift zu suchen hat.

Am Freitag haben wir zusammen indisch gekocht und sind dann nach Bournemouth gefahren um in einen Club zu gehen. Anstatt in Poole zu bleiben wollten alle nach Bournemouth in diesen Club und ich dachte mir so, das muss aber ein toller Club sein. Es stellte sich als das in etwa mistigste heraus, was ich je gesehen habe. Inklusive grausamer Musik versteht sich. (Und wer bitte kommt auf die blöde Idee in einem Club Teppich zu verlegen?) Also wieder zurück nach Poole mit dem Taxi und dann Billard spielen im Gemeinschaftsraum. Das Spiel hat etwa anderthalb Stunden gedauert und verlief unter dem Motto "Wer kann den schlechtesten Spieler noch toppen?" Als ob wir dabei nicht schon genug gelacht hätten, hat Ashish danach im Fahrstuhl auch noch alle Knöpfe gedrückt und ich habe etwa fünf Minuten gebraucht, um im 8. Stock anzukommen. Wenigstens ist der Security-Guard nicht gekommen.

Thursday, October 11, 2007

Happy Thoughts Will Save Me

Ich habe ständig das Gefühl verschlafen zu haben. Wenn ich dann pünklich aufgestanden bin, habe ich ständig das Gefühl unglaublich müde zu sein. Zumindest fielen mir heute im Gegensatz zu Dienstag nicht die Augen während den Vorlesungen zu, denn unsere beiden "Power lecturers" Elsbeth und Janice ließen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen Graham und Mark vor zwei Tagen keine Langeweile aufkommen. Gut so, denn dann macht es auch gleich viel mehr Spaß.

Gestern hat sich dann schonmal gezeigt was "to read for a masters" heißt und dass man das ruhig wörtlich nehmen sollte. Jedes Seminar muss zu Hause mit relevanten Texten vorbereitet werden. In all dem akademischen Kauderwelsch habe ich auch ein, zwei Sätze verstanden. Nein, ich glaube es waren sogar drei. Die Lerninhalte der Kurse sind äußerst ansprechend, besonders was das Konsumentenverhalten angeht, das mich speziell interessiert. Elsbeth hat uns gleich noch einen Artikel aus der letzten Media Week gegeben, der deutlich macht, dass britische Firmen und Agenturen bevorzugt Marketing-Absolventen aus Bournemouth einstellen. Das macht ja Hoffnung.


Den Großteil des Wochenendes werde ich auch wieder mit Lesen verbringen und die ersten beiden Präsentationen für nächste Woche vorbereiten. Jeweils 20 Minuten in einer Vierer- bzw. Zweiergruppe, einmal zu einer Fallstudie bei der eine Werbestrategie entwickelt werden muss und einmal zu einem theoretischen Konsumentenmodell, dass auf die Automobilbranche angewendet werden muss. Scheint mir alles schaffbar, wenn es auch mit viel Arbeit verbunden ist.


Ansonsten waren die vergangenen Tage auch in anderer Hinsicht schön. Am Sonntag bin ich mit Simon abends in Poole umhergezogen. Die Bar in der es eigentlich rund gehen sollte war leer und so sind wir lieber ein bisschen am Hafen entlang spaziert. Schon von Weitem hörten wir viele Leute unglaublich schief Karaoke singen und wollten unbedingt wissen, wie die Gesichter dazu aussehen. Also sind wir dahin gegangen und haben mal reingelugt. Es stellte sich als eine Hochzeitsfeier heraus, bei der alle (aber auch wirklich alle!) schon total betrunken waren. Ein Typ hat uns herangewinkt und gesagt wir sollen uns doch einfach am Buffet bedienen, was wir dann auch ausgiebig gemacht haben. Man spart ja wo man kann hier. Nach dem Essen haben wir Stopp in einem Pub mit Live-Band-Karaoke gemacht, was ziemlich gut war.


Am Dienstag waren wir dann noch bei Damien Rice. Grandioses Konzert, aber daran besteht bei Damien ja eh kein Zweifel. Er war zwar nicht besonders gesprächig, hat mich aber mit ein paar meiner Lieblingssongs ("Grey Room", "Rootless Tree" am Wurlitzer, "Woman Like A Man", "I Remember") und einer Gänsehaut-Version von "Cannonball" ohne jeden Verstärker vor 4.000 Leuten glücklich gestimmt. Noch besser wäre es nur gewesen, wenn der Busfahrer danach nicht einfach schulterzuckend an uns vorbei gefahren wäre.

Jon und ich, nachdem wir das Thema "Worcester sauce", deutsch fälschlicherweise oft ganz fies "Worschestersauce" ausgesprochen, ausgiebig erörtert haben.

Saturday, October 06, 2007

Sell your mother!

Wenn man mehr als müde ist und in einem gemütlichen Kinosessel sitzt, kann man ja eigentlich gar nichts anderes mehr machen als einschlafen. So ging es heute Morgen nicht nur mir, denn gestern Abend ist unsere Pub-Tour etwas länger geworden. Im Irish Pub, einer australischen Bar und einem Club konnte sich unser Kurs noch ein bisschen besser kennen lernen und wir hatten jede Menge Spaß. Nur haben wir unseren letzten Bus nach Poole verpasst und mussten wohl oder übel für das Taxi blechen.

Luciana (Brasilien), Nanika (Indien) und ich

Und heute Morgen saßen wir (bzw. nur einige von uns, während der Rest noch im Bett lag) im Filmvorführungssaal der Media School in gemütlichen roten Plüschsesseln und lauschten den IT- und Bibliothekseinweisungen mit geschlossenen Augen. Da ging einfach nichts mehr. Nach dem Mittagessen wurde es zum Glück ein bisschen besser und ich konnte der Einführung in unseren Studiengang in etwa folgen. Jetzt kennen wir schon mal die Dozenten, haben die ersten Lesematerialien bekommen und wissen, dass uns im nächsten Jahr viel Arbeit bevor steht.

Mein Stundenplan ist jedoch mehr als human, denn mittwochs und freitags habe ich frei (es sei denn ich will Guest Lectures besuchen) und montags nur in den kommenden fünf Wochen zwei Stunden Unterricht. Das heißt aber sicher nicht, dass ich mich dann schön ausruhen kann, denn es wird erwartet, dass man so viel wie möglich selbstständig arbeitet und jeden Tag liest. Die Units für mein erstes Term bis Mitte Dezember sind Strategic Marketing, Interactive Media Strategy, Advertising Strategy und Consumer Behaviour. Zu allen Vorlesungen gibt es immer Seminare in kleineren Gruppen.

Insgesamt sind 32 Leute im Kurs (davon 23 weiblich und 9 männlich!). Ein paar davon sind bislang aber noch nicht aufgetaucht. Vertreten sind darunter 17 Nationen aus aller Welt. Ziemlich gut, wie ich finde.

Bislang hatte ich weder Heimweh, noch gab es irgendwelche Dinge, die mich an meiner Entscheidung zweifeln lassen haben. England ist wirklich toll. Kleine Dinge, die ich liebe:

  • Dass man sich stets beim Busfahrer bedankt, wenn man aussteigt.
  • Dozenten und Professoren mit Vornamen ansprechen.
  • Das Rauchverbot.
  • Im Doppeldeckerbus ganz vorne sitzen und immer denken, dass der Bus gleich irgendwo dran fährt.
  • "Cashier number 4, please!"
  • Heiße Schokolade mit viel Sahne und Cadbury Flake aus der Cafeteria.
  • Cadbury Flake.
  • Cadbury Flake.
  • Cadbury Flake mit extra Schokolade drumherum.

Thursday, October 04, 2007

80 is the new 100!

Herrlich! Ich wollte ja schon immer mal irgendwo wohnen, wo man morgens von Möwengeschrei geweckt wird. Morgens ist zur Zeit ja eher mitten in der Nacht für mich, denn mein Tagesrhythmus konnte sich noch nicht sehr erfolgreich auf das Aufstehen um sieben Uhr gewöhnen. So bin ich vorgestern Nachmittag erstmal eingeschlafen und drei Stunden lang auch nicht mehr aufgestanden.

Dafür war mein Abend umso besser, da ich in Wohnung 810 zum Essen eingeladen wurde. Die Mutter von Tat, hat für alle leckeres Thai-Essen gekocht und da konnte ich nicht nein sagen. War eine wirklich nette Runde mit viel Gelächter. Jetzt sollte ich mir schon mal überlegen, was ich typisch deutsches Kochen kann. Nicht, dass ich das überhaupt könnte...

Ich habe heute mein erstes Assignment abgegeben. Ich hoffe ich habe das ganz gut hinbekommen. Noch gibt's keine Noten, sondern nur hilfreiches Feedback. Da ich in meinem Studiengang keine Examen habe, muss ich in jedem Modul einen Essay vorlegen und Präsentationen halten. Im Prinzip ja kein Problem, denn das habe ich oft genug gemacht, doch ein bisschen Bammel habe ich schon, dass das erwartete Niveau sehr hoch sein wird. Einen Beispiel-Essay aus dem letzten Jahr durften wir heute schon mal lesen und nachdem ich kurz Panik bekam, weil der Titel unglaublich kompliziert klang, habe ich festgestellt, dass das durchaus machbar ist.

Nur an das Notensystem muss ich mich erstmal gewöhnen. Unsere Dozentin Kathy sagte beim Austeilen, das dies ein exzellenter Essay sei, der 79 Prozent bekommen hat. Das fand ich ein bisschen merkwürdig, denn 79 Prozent ist in meinen Vorstellungen ordentlich, aber alles andere als exzellent. Doch wenn man es in Relation sieht, nämlich dass kaum über 80 Prozent vergeben wird, dann ist das natürlich anders.

Das Wetter heute ist toll und ich werde wohl gleich noch ein bisschen ans Meer gehen. Muss ja nur eine Minute laufen zum Quay. Heute Abend treffe ich mich noch mit all meinen Kommilitonen aus dem Kurs und wir gehen in Bournemouth aus. Und die Damien Rice-Karten haben Simon und ich auch bekommen. Yeah!

Monday, October 01, 2007

"Can I help you, Sir?" - "I'm a Madam."

Jetzt muss man die Engländer schon auf ihre eigene tolle Comedy-Vergangenheit aufmerksam machen. Ich habe gerade mit Simon "A Bit of Fry and Laurie" gesehen und er wusste gar nicht was das ist. So weit ist es schon gekommen! Noch schlimmer ist nur, dass uns irgendein ein bastard die günstigen Damien Rice-Tickets bei Ebay weggeschnappt hat. Wir haben jetzt ein paar neue Auktionen im Auge und hoffen vor dem 9. Oktober noch an zwei Tickets für Bournemouth zu kommen. Wäre ja auch erst mein drittes Damien Rice-Konzert dieses Jahr. Ich finde man sollte jährlich ohnehin zu mindestens vier gehen.

Ja, in der Uni war ich unglaublicherweise auch. Ich glaube ich habe mich schon fast daran gewöhnt immer um sieben Uhr aufzustehen. Ich war zwar nicht wach genug, um im Bus dann Simon und Amit zu finden, aber da von allen Seiten an mir gezerrt wurde, ließ ich mich dann doch davon abhalten ziellos in den hinteren Busteil zu irren und mich neben die restalkoholisierten Undergraduates vom gestrigen Pub Crawl zu setzen.

Ich hatte einen dreistündigen Study Skills-Kurs in dem ich nochmal gelernt habe, wie ich Texte lese, zitiere und Notizen mache. Kurz gesagt, war es ziemlich langweilig für mich, aber es gibt halt auch Leute, die seit mehr als zehn Jahren nicht studiert haben. Unser Kurs wurde in zwei handlichere Gruppen aufgeteilt, die getrennt voneinander den Einführungskurs diese Woche besuchen. In meiner Gruppe gab es heute unglaublicherweise nur eine Engländerin, die sich zwischen den ganzen Ausländern (aus Indien, China, Thailand, Taiwan, Bangladesh, Brasilien, Norwegen, Kroatien, den Niederlanden und Deutschland) wahrscheinlich auch schon wie eine Fremde gefühlt hat.


Mittag hatte ich mein Pre-Enrollment, die richtige Einschreibung folgt dann erst nächsten Montag. Heute wurden nur ein paar formale Sachen erledigt, wie Identität überprüfen, Formulare ausfüllen und Zertifikate vorlegen. Elaine, unsere Course Administratorin, war ein bisschen überfragt als ich die Box ausfüllen wollte, in die ein Code eingetragen wird, der verrät welches Degree man bei Studienbeginn bereits hatte. Es gab '10' für einen Abschluss einer europäischen Institution außerhalb des UK und '11' für ein UK-Degree. Irgendwie habe ich doch beides, oder? Wir haben uns jetzt mal für '11' entschieden, weil das University of Hertfordshire-Diplom das schönere Wappen hat.

Nach der Uni kam ich mir bei dem Versuch einzukaufen ziemlich blöd vor. Ich wollte zum nahegelegenen ASDA Supermarkt, weil mir alle erzählt haben, dass es da am günstigsten sei. Es gibt ein Bus-Shuttle dahin, aber wie ich feststellen musste nur bis 14:40 Uhr. Also wollte ich dahin laufen, doch erst war eine stark befahrenen Straße ohne Überquerungsmöglichkeit zwischen mir und dem ASDA und dann eine Mauer. Ich konnte hinter der Mauer zwar den Supermarkt sehen, kam aber einfach nicht auf die andere Seite. Zwei Versuche einen anderen Weg zu finden später, schaffte ich es zumindest über die stark befahrenen Straße zu rennen. Auf dem Rückweg habe ich dann doch noch einen akzeptablen Pfad gefunden, der sogar mit einer Fußgängerampel ausgestattet war!

London gestern war auch sehr schön. Jan und ich mussten feststellen, dass London gar nicht wie London erscheint, wenn man sich mit Leuten da trifft, die man eigentlich von woanders her kennt. Wieder mal: weird.

Saturday, September 29, 2007

Cold, Cold Water Surrounds Me Now

Ich glaube ich habe mich von den ganzen Indern und Südamerikanern anstecken lassen. Ich fröstel die ganze Zeit! Es ist schon so weit, dass ich Ende September die Winterjacke aus dem Schrank geholt habe (was soll ich denn im richtigen Winter anziehen???) und nur noch bei geschlossenem Fenster schlafe, was ich sonst nie mache. Es ist wirklich kalt zur Zeit und meistens weht dazu noch ein frisches Windchen. Zum Glück habe ich endlich rausgefunden wie die Heizung angeht. Ich habe mich ziemlich lange gefragt, ob der Name der Heizung "Touch" ist oder das etwas anderes zu bedeuten hat. Als ich aus Versehen mit dem Finger drauf kam, ist sie angesprungen. Ich werde das jetzt nicht weiter kommentieren.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat es gestern Abend auch noch das warme Wasser nicht mehr bis zu uns hoch geschafft, weil im ersten Stock Luft in die Leitung gekommen ist. Also gab's nur noch kaltes Wasser und ich habe auf die Dusche verzichtet. Heute Morgen wollte ich aber unbedingt duschen und natürlich gab es immer noch kein warmes Wasser (ohne dass der Duschkopf von der Wand zu springen drohte), woraufhin ich in etwa 20 Sekunden eine Eisdusche genommen habe und dann erstmal eine halbe Stunde vor der Heizung stand.


Dann um neun Uhr auf zur Bushaltestelle, wo die Buskolonne wie erwartet wieder mal nicht pünklich war. Das hat uns dazu verleitet uns ein bisschen über den Satz "In England, 9 a.m. means 9 a.m.!", den wir uns diese Woche anhören mussten, lustig zu machen. Es gibt anscheinend doch verschiedenen 9 a.m. Der Bus hat uns zuerst nach Swanage in den Durlston Country Park gebracht, wo wir an der wunderschönen Steilküste entlang wandern konnten und ein Stück Dorset Apple Pie genißen durften. Das Wetter war nicht das beste und ich bin mir sicher die Sicht ist bei schönem Wetter noch beeindruckender, aber es war trotzdem sehr schön.


Auf dem Weg durch die kleine Stadt Swanage mit dem Bus gab's zu unserer Belustigung einen kleinen Unfall. Als wir einen recht steilen Berg hinunter fuhren, gab es an dessen Ende plötzlich ein ziemlich hässliches Geräusch. Alle schauen erstaunt zum Fahrer und fragen: "What was that?". Der sitzt ganz gelassen da und erwidert: "The front of the bus." Um uns herum sammelten sich die Schaulustigen, die mit Kameras bewaffnet Fotos machten. Gespannt sind wir dann auch ausgestiegen und es sah tatsächlich äußerst witzig aus, wie der Bus da auf der Straße aufgesetzt war und weder vor noch zurück kam. Nachdem jedoch alle raus waren, hob er sich wieder etwas und es konnte doch weiter gehen. Der Dorset Apple Pie war schuld und hat den Bus zusätzlich beschwert. Einzige Erklärung.

Danach ging's zum Corfe Castle im gleichnamigen kleinen Dorf. Netterweise hatte man es für uns in ein schickes grünes Gerüst gehüllt, damit die Fotos die wir machen auch ja nicht zu gut aussehen. Also wieder ein bisschen umherwandern, alte Steine begutachten, Fotos machen und machen lassen und ich habe mich auch wieder an der Aussprache diverser chinesischer Namen versucht. Ja, ich bin ganz eindeutig ein Naturtalent.

Letzter Stopp: Durdle Door (die Wortgruppe des Tages!) und Lulworth Cove. Der Regen hatte inzwischen wieder eingesetzt und verwandelte den ansonsten malerischen Weg zu den Cliffs in eine appetitliche Rutschpartie. An den Cliffs angekommen, kam dann aber doch die Sonne ein bisschen raus und ließ das Meer hinter dem kleinen Naturwunder glitzern. Der Weg über einen (angeblich) ganz kleinen Hügel stellte sich als halbe Mount Everest-Besteigung heraus und mein Papa machte sich ernsthaft Sorgen, als er mich während des Kraxelns anrief und ich nur noch ins Telefon keuchen konnte. Der Weg war auch noch schlammiger als der andere und so hieß es zu Hause erstmal Schuhe putzen. Trotz dessen und des nicht idealen Wetters war es eine ganz tolle Tour, die mir nochmal gezeigt hat, wie schön Dorset ist. Morgen geht's dann nach London.

Wissen, das die Welt nicht braucht: Ich habe gerade zum ersten Mal in meinem Leben eine Mikrowelle bedient. Das war ein bisschen wie Weihnachten. Ich liebe unsere Küche.

Friday, September 28, 2007

Grey Room (with Purple Walls)

Jaja, die Tage sind lang in Bournemouth and Poole. Gestern musste ich schon wieder um 7 Uhr aus den (übergroßen) Federn und dann gab's jede Menge internationale Action auf dem Campus. Etwa 200 Studenten aus über 50 Ländern nehmen am International Students Integration Programme (ISOP) teil. Das macht es natürlich gerade interessant und besonders spaßig. Das Blöde ist nur, dass sich keiner so viele Namen merken kann. Ein paar Leute aus meinem Kurs kann ich jetzt namentlich ansprechen und von einigen lassen sich die Namen ganz gut merken (Ronaldo aus Brasilien ist irgendwie einfach). Aber ansonsten ist jeder einfach "Hey you!".

Es war schon fast lustig, dass mir ein Mädchen aus Taiwan erzählte, wie unglaublich schwer es für sie ist, sich die ganzen europäischen Namen zu merken, die sie noch nie gehört hat. Für mich ist es andersherum ja genauso schwer mir chinesische oder koreanische Namen zu merken. Beim Versuch den Namen eines chinesischen Mädchens auszusprechen, habe ich aus Versehen etwas gesagt, was übersetzt so viel hieß wie "Pipi" und seitdem nenne ich sie einfach Tina, denn das ist ihr englischer Name, den ich mir mysteriöserweise viel besser merken kann.

Auf dem Campus gab's gestern also wieder viel zu erleben. Ein paar Bustouren habe ich noch mitgemacht und am Abend gab es eine offizielle Willkommensfeier für alle internationalen "Freshers". Der Vizepräsident der Uni hat ein paar Worte gesagt, mir ging es natürlich (wie immer in den letzten Tagen) schon wieder nur um das kostenlose Essen (das übrigens köstlich war) und ich habe noch ein paar mehr Leute aus meinem Kurs getroffen. Danach ging's in den unieigenen Studentenclub "The Old Firestation", wo ich zur Belustigung der anderen unter Beweis gestellt habe, dass ich absolut kein Talent für Salsa habe. Es w
ar ziemlich freundlich von meinem portugiesischen Tanzpartner, mich nicht einfach auf der Tanzfläche stehen zu lassen, nachdem ich ihm das zwanstigste Mal auf die Füße getreten bin.

Richtig lange haben wir es dann aber auch nicht mehr ausgehalten. Beim Verlassen des Clubs habe ich gleich noch mal den Feueralarm ausgelöst, aber ich wurde beruhigt mit den Worten "We've all been there". (Aber trotzdem: Sollte ein Feueralarm nicht losgehen wenn es brennt, anstatt wenn man den Fluchtweg benutzt?) Um 23 Uhr haben wir einen Bus zurück nach Poole genommen und sind auf der Fahrt schon fast eingeschlafen. Ein bisschen länger konnte ich heute dafür schlafen.

Am Mittag habe ich meine Studiengebühren bezahlt und dann noch ein paar Seminare besucht und seit dem späten Nachmittag habe ich ein bisschen gechillt und mit Simon gequatscht. Es stellte sich heraus, dass mein Nachbar einen hervorragenden Musikgeschmack hat und ich meine Tür auflassen kann, wenn er Musik hört. Wir haben uns ein paar Damien Rice-Videos auf YouTube angesehen und er hat sogar seine Gitarre mit und ein bisschen was gespielt. Chetan ist auch gestern eingezogen und endlich hat sich das asiatische Mädchen, Fiona, wieder blicken lassen, die Simon am Mittwoch verschreckt hatte. Sie hat jede Menge Jetlag und könnte die ganze Zeit schlafen, weshalb sie vorgestern so schnell geflüchtet ist. Wahrscheinlich erlebt sie hier gerade einen ganz enormen Kulturschock und ist ein bisschen überfordert von allem. Aber wir haben ihr angeboten, dass wir ihr helfen. Auch beim Zubereiten des eigenartigen britischen Essens. (Fiona: "You don't grow rice here in the UK?")

Bei mir ist es fast 22 Uhr und Simon kommt gleich rüber um mit mir "QI" zu schauen, denn er leidet fürchterlich unter Fernsehentzug. Eine Brise Stephen Fry wird's schon richten!

Thursday, September 27, 2007

Cool Poole

Angekommen. Zwei Stunden Flug bis nach Gatwick, eine Nacht im Hotel und am Montag Morgen hielt ich um Punkt 10:30 Uhr meine Schlüssel in der Hand. Naja, eher einen Schlüssel für den Briefkasten und eine Keycard, mit der ich in unsere Wohnung und mein Zimmer komme. Eigentlich ist das ja eine recht coole Technik, aber ich weiß jetzt schon, dass ich diese Karte irgendwann verlieren oder verlegen werde. Ich sage dann hier Bescheid und ernte Lob für meine frühe Prophezeiung.

Die Einweisung war recht kurz. Ich konnte dabei schon mal den Gemeinschaftsraum begutachten und in Erfahrung bringen, dass jeden Montag um 10 Uhr morgens der Feueralarm getestet wird. Aber da ich hier ja auch studieren soll, werde ich da wohl außer Haus sein. Das Haus an sich ist großartig. Natürlich sieht jetzt, wo es neu ist, alles noch besonders schön aus, aber es herrscht eine wirklich tolle Atmosphäre. Mein Zimmer liegt im obersten Stockwerk. Die Chance, dass ich von meinem Fenster nicht das Meer sehen kann, lag ja nur bei 1:3, aber ratet mal wer den Jackpot gewonnen hat und das Meer natürlich nicht sehen kann, sondern stattdessen Straßenlärm von zwei Kreisverkehren und der unten verlaufenden Zugstrecke abbekommt: ich. Naja, es könnte schlimmer sein. Wenn ich mich ganz weit aus dem Fenster lehne (wovor mich ein Aufkleber am Fenster warnt und was auch nicht besonders gut geht, weil ein Hebel mich daran hindert das Fenster ganz zu öffnen), dann kann ich ein paar Segelboote im Hafen sehen.


Wenn man in die Wohnung rein kommt, kommt als erstes ein langer Gang, von dem die einzelnen Zimmer abgehen. Es können eigentlich sechs Leute hier wohnen, aber bislang habe ich nur Simon getroffen, der direkt neben mir wohnt. Ich weiß jedoch, dass morgen noch Chetan aus Indien einzieht, der auch in meinem Kurs ist und Simon hat mir gerade erzählt, dass er gestern noch ein kleines asiatisches Mädchen gesehen hat, die er aber anscheinend so erschreckt hat, dass sie gleich wieder geflüchtet ist. Hey, ich meine Simon und ich behalten die geniale Küche auch gerne für uns! So eine Küche will ich auch mal wenn ich groß bin. Hab gestern schon mal den Herd ausprobiert und darin schamlos ein Fertiggericht warm gemacht (woraufhin ich mir heute gleich einen großen Salzstreuer gekauft habe).

Schön auch, dass man in der Küche recht gemütlich zusammen sitzen kann. Eine kleine Spontanparty in Wohnung 306 zeigte gestern auch, dass man etwa 30-35 Leute da rein quetschen kann. Jedoch kann man sich dann nicht mehr unterhalten.

Die Zimmer sind richtig schön. Hübsch gestrichen, alles drin was man braucht und auch nicht so klein wie ich dachte. Ein bisschen wohnlich hab ich es mir schon gemacht, wenngleich ich auch nicht sehr viel Zeug mitgenommen hab. Das Bett ist eine komische Mischung aus Einzel- und Doppelbett, für das mir die Verkäuferin im Laden eine riesige Doppelbettdecke verkauft hat mit der ich jetzt jede Nacht kämpfe. Einen Fernseher haben wir für wenig Geld gebraucht bekommen (nur eine TV-Licence brauche ich noch, aber die kostet etwa 140 Pfund) und heute habe ich es auch geschafft mit dem IP-Telefon in Deutschland anzurufen. Das Internet geht glücklicherweise auch schon seit gestern, obwohl mein Computer erst andauernd durch den Netzwerktest gefallen ist.

Das Badezimmer ist der Hit! Ein Traum aus Plastik. Ich war erstaunt, dass das Waschbecken zumindest so anmutet als sei es aus Keramik, denn ansonsten ist da echt alles Plastik. Der Vorteil ist, dass es sich super putzen lässt. Für meine Statur ist es genau das richtige, aber viel stämmiger kann man nicht sein, denn dann kommt man nicht in die Dusche oder der Hintern passt nicht auf die putzige Klobrille. Echt niedlich dieses Bad im Miniformat.

Und neben dem Einzug hab ich natürlich auch schon jede Menge andere Sachen gemacht. Gestern war ich auf dem Campus, hab mich noch ein bisschen umgesehen und mich für diverse Sachen angemeldet. In Poole kenne ich mich inzwischen ganz gut aus, jedenfalls was die Innenstadt betrifft. Heute Abend war ein Welcome Meeting für alle internationalen Studenten, wo ich ziemlich viele Leute aus aller Welt kennengelernt habe und auch noch ein paar andere aus meinem Kurs getroffen habe. Ein lustiges Spielchen durfte dabei natürlich nicht fehlen. Danach gab's noch "Hot Fuzz" im Global Cinema, dass jeden Mittwoch auf dem Campus stattfindet. Jetzt wissen alle, die noch nie zuvor in England waren, dass man sich auf dem Lande mal gerne die Köpfe wegballert und einfältige Menschen Wörter wie "Jarp" und "Narp" benutzen. Und ich weiß endlich, dass Bill Bailey auch da mitspielt, Simon Pegg toll ist und ich unbedingt nochmal "Shaun of the Dead" sehen muss.

Eigentlich sollte ich schon lange im Bett sein, denn morgen (also heute) muss ich um sieben wieder aufstehen, um rechtzeitig zum Campus zu kommen. Aber nachdem wir wieder zurück waren, habe ich mich mit Veena aus Indien verquatscht und dann kam auch noch Simon dazu, dem wir kurz einen kleinen Schock verpasst haben, weil ich annahm, dass er und Veena im gleichen Kurs sind. Daraufhin fragte sie ihn ob er schon das ganze Equipment gekauft hat und er wusste gar nichts davon. Das ganze Zeug kostet immerhin fast 1.000 Pfund und seine Augen wurde für ein paar Minuten immer größer, bis wir feststellten, dass "MA Multimedia Journalism" und "MA Magazine Journalism" zwei verschiedenen Kurse sind. Weird.

Sunday, September 23, 2007

"It's the final countdown..." (bitte selbstständig die pathetische Musik dazu denken)

Nur noch ein paar Stunden! Um 15:40 geht der Flieger und ich kann stolz vermelden: drei Koffer zu je 12, 13 und 14 Kilo (und jede Menge Handgepäck natürlich). Ein bisschen was muss morgen noch rein, aber bis zum Übergepäck wird's wohl nicht mehr reichen. Ich war beim Packen hart zu mir selbst!

Dann freue ich mich schon, wenn wir morgen wieder links die Autos auf der Autobahn überholen, bis jemandem auffällt, dass man das besser nicht machen sollte und deshalb auch alles so böse gucken in den anderen Autos. Zumindest haben wir jetzt verstanden wie das (unglaublich unkomplizierte) "Pay & Display"-Parksystem funktioniert und es erwarten uns diesmal hoffentlich keine Strafzettel.

Und ja: Ich habe eine Regenjacke eingepackt. (Die, die ich in Irland nie gebraucht habe und deshalb nur in Köln anziehen konnte.)

Thursday, September 20, 2007

You Can Leave Your Hat On

Die Hüte sind geworfen und das ist jetzt auch schon wieder mehr als einen Monat her. Kinder, wie die Zeit vergeht! Bis zum nächsten Hüte werfen muss ich immerhin bis November 2009 warten, denn aus welchen Gründen auch immer werde ich zwar nur bis September 2008 studieren, aber die Graduation erst ein Jahr später feiern. Wahrscheinlich wissen die jetzt schon, dass sie ziemlich lange brauchen um meine Master's Thesis zu verdauen.

Am Sonntag geht es endlich los und nein: ich habe noch nicht gepackt! Wahrscheinlich mache ich es wie immer und fange in einer Ecke meines Zimmers an und arbeite mich dann systematisch durch alles was ich möglicherweise mitnehmen könnte und eigentlich doch nicht brauche. 23 Kilo Freigepäck haben wir pro Person (also insgesamt 69 Kilo), aber man muss es ja nicht immer bis zum Äußersten ausreizen. Könnte man aber.

Am Montag Morgen kann ich dann ab 10:30 Uhr einziehen. Das gibt Chaos, denn soweit ich gehört habe, wollen fast alle am Montag einziehen. Hab jetzt auch die ersten Fotos des Inneren vom Corfe House gesehen. Sieht gut aus, wenngleich auch ziemlich winzig, aber vielleicht sind die Postgraduate-Zimmer ja ein bisschen größer. Wie mir zu Ohren kam, gibt es im Aufenthaltsraum einen riesigen Flatscreen-Fernseher mit Sky. Na hoffentlich wollen die dann nächsten Freitag auch alle brav "QI" sehen, denn ich befürchte mit meinem DVB-T-USB-Stick werde ich entweder a) nicht viel, oder b) alles außer BBC Two ranbekommen. Meinen ersten Mitbewohner habe ich gestern auf Facebook gefunden. Ich dachte schon, ich müsste alleine wohnen, denn keiner wohnt in Flat 807. Aber jetzt bin ich ja immerhin schon zu zweit mit Simon.

Hab mir gestern auch schon meinen Plan für die erste Woche zusammengestellt. Jede Menge Welcome Meetings, Workshops, Infoveranstaltungen, Stadttouren (hey, ich mache sogar eine Supermarket Tour!), Busfahrten, Parties, Pub Nights usw. Wenn es klappt, mache ich übernächsten Sonntag auch einen Abstecher nach London. Sieht also nicht so aus, als müsste ich mich langweilen. (Sehr viel schlimmer als Langeweile in Pulsnitz kann es ja eh nicht werden.)

Ein bisschen blöd ist es, dass der letzte Bus von Bournemouth nach Poole immer um 22:59 Uhr fährt. Ansonsten komme ich nur noch mit dem Taxi nach Hause. Zum Glück kommt man wenigstens nachts noch zurück von Southhampton, wo ich die guten Konzerte aufindig gemacht habe
, nach Poole mit dem Zug fahren. (Duke Special im Vorprogramm von Crowded House in B'mouth ist aber schon ausverkauft. Mist!)

Ein Problem habe ich aber immer noch: Barclays hat mein Konto noch nicht eröffnet und meldet sich auch nicht. Drei Angestellte im indischen Call-Center konnten mir nur sagen, dass "the account has not yet been opened". Na toll. Eigentlich wollte ich darüber meine Miete bezahlen, aber die Hausverwaltung hat mir zugesichert, dass wir auch eine andere Lösung finden, wenn das mit der Bank nicht klappt. Bleibt zu hoffen, dass das auch stimmt.

Am 1. Oktober geht dann offiziell das Semester los, aber ich habe erstmal eine entspannte Woche mit verschiedenen Academic Study Skill-Kursen, die mich nur bis 12:30 Uhr in der Uni festhalten. Bleibt wohl also genug Zeit, um auch mal an den Strand zu gehen...

Wednesday, August 15, 2007

Imaginary Friends

Inzwischen habe ich auch schon Kontakt zu den ersten Leuten aus meinem Studiengang. Von der Uni gab es eine Mail mit E-Mail-Adressen derjenigen, die sich mit der Herausgabe einverstanden erklärt hatten. Und so haben wir gleich erstmal einen "About Me"-Fragebogen ausgetauscht, damit wir uns ein bisschen kennenlernen. Eine Facebook-Gruppe gibt es auch schon. Gut, dass wir im Zeitalter des Internets leben.

Die Gruppe scheint wirklich sehr international zu sein. Zwei Leute kommen auch aus Deutschland. Chris aus Hamburg hat an der Wirtschaftsakademie studiert und kannte die CBS auch gleich. So gab es schon mal ein erstes Gesprächsthema. Die anderen Leute, die sich bisher gemeldet haben, kommen aus Indien, Brasilien, Ungarn und eben Großbritannien. Neben ein paar Studenten, die zwischen dem Bachelor und dem Master gearbeitet haben, gibt es auch einige andere, die wie ich gleich den Master dranhängen. An der CBS war ich ja immer die Jüngste, aber da Schulausbildung und Studium in anderen Ländern teilweise ein bisschen kürzer dauern, sind auch noch andere Jahrgang 1986 und 1985.

Die ersten Club- und Pubtouren wurden auch schon vereinbart. Vielleicht wird das ja jetzt endlich was mit dem Alkohol und mir. In Köln hab ich mich mit mindestens fünf Gläsern Sekt, zwei Wein, einmal Nippen am Kölsch und einem Ouzo in drei Jahren ja schon ordentlich eingetrunken.

Tuesday, August 14, 2007

The World of Tomorrow

Letzte Woche war ich nun zum ersten Mal in meiner künftigen Heimat. Vom Mini-Flughafen Leipzig-Altenburg ging's zum Riesen-Nerv-Flughafen London-Stansted und von da aus mit dem Mietwagen immer links auf der Straße entlang an die herrliche Südküste. Ich hatte schon vor ein paar Wochen ein Hotel in Bournemouth gebucht, als mir noch nicht klar war, dass sich der Campus eigentlich in Poole befindet und ich auch da wohnen werde. Aber alles halb so schlimm, denn Bournemouth und Poole sind im Laufe der Jahrzehnte so zusammengewachsen, dass man gar nicht weiß wo die eine Stadt aufhört und die andere beginnt.

Im Großraum Poole/Bournemouth/Christchurch leben etwa 380.000 Menschen. Ich muss mich also schonmal nicht direkt von Köln auf eine Kleinstadt umstellen. Die Städte liegen im Südwesten Englands in der Grafschaft Dorset und sind etwa 150 Kilometer von London entfernt. In Bournemouth angekommen, erwartete uns erstmal wunderschönes Sommerwetter und so führte uns der erste Ausflug auch gleich direkt zum 100 Meter entfernten Strand. Auf dem berühmten Pier sah man erstmal wie voll der überhaupt war, denn die Menschen aus dem Großraum London pflegen bei schönem Wetter allesamt am Wochenende an die Südküste zu fahren und sich einen Sonnenbrand auf der hellen britischen Haut zu holen.

Die Idee mir nach meinem Umzug gleich ein Fahrrad vor Ort zu kaufen, habe ich schon nach den ersten Stunden verworfen, denn die Gegend ist entgegen aller Erwartungen unglaublich bergig und lädt mich keineswegs zum Schneckentempofahrradfahren ein. Da bekomme ich sonst noch einen Herzanfall. Aber dafür gibt's ja die tollen Doppeldeckerbusse. Bournemouth ist bei Sonnenschein echt wunderschön. Die Strände sind makellos und gehören zu den besten Großbritanniens. Die Stadt ist natürlich sehr touristisch geprägt, mit vielen Hotels, einem einladenden Park und entsprechenden Einkaufsstraßen.

Am nächsten Tag sind wir dann nach Poole gefahren und haben uns als erstes mein Wohnheim angesehen. Das ganze war noch eine komplette Baustelle, doch man sagte mir, dass es in ein paar Tagen schon fertig sein soll. (Wehe wenn nicht!) Mein Zimmer konnte ich zwar noch nicht besichtigen, aber mir zumindest ein paar Fotos des Inneren ansehen. Ich freue mich jetzt also schon auf eine feuerwehrrote Einbauküche. Den Mietvertrag haben wir dann auch gleich dort ausgefüllt. Die Lage des Wohnheims ist echt ideal, denn gleich daneben ist ein riesiger Sainsbury Supermarkt und dahinter die Einkaufsstraße von Poole mit einem großen Shopping-Centre. Da ich im 8. Stock wohnen werde, könnte ich mit etwas Glück von meinem Zimmer den Hafen und das Meer sehen. Poole hat einen etwas anderen Flair als Bournemouth und gefiel mir spontan auch noch besser. Die Hafengegend ist wirklich schön und da werde ich wohl demnächst öfter meine Hausaufgaben machen.

Den Campus haben wir natürlich auch besichtigt. Das wird ja nun doch eine kleine Umstellung, denn ein bisschen größer als die CBS ist die Uni schon. Die verschiedenen Academic Centres der Uni sind auf zwei Campusse verteilt. Die Media School, an der ich studiere, befindet sich auf dem nördlicheren Talbot Campus. Erstmal musste also ein Gebäudeplan her, damit wir uns überhaupt zurechtfanden. So ließ sich dann auch das Gebäude der Media School recht schnell finden und im Eingangsbereich begrüßten uns gleich mehrere Fernsehbildschirme mit Nachrichten aus aller Welt. Der Gebäudeplan offenbarte, dass es sogar ein Fernsehstudio, Schnitt- und Tonräume, Animationsstudios, Radiostudios und vieles mehr gibt.

Mein betreuender Recruitment Coordinator hatte mich freundlicherweise in sein Büro eingeladen, um mich zu begrüßen. Nachdem ich ihn also gefunde
n hatte, unterhielten wir uns sehr nett und er fragte gleich nach, ob denn auch der Programme Leader meines Kurses kurz für mich Zeit hätte. So konnte ich auch noch eine halbe Stunde mit dem reden und bessere Einblicke in mein Studienprogramm gewinnen. Er sagte zwar, dass es jede Menge harte Arbeit sei (die ersten vier dicken Bücher liegen jetzt schon auf meinem Schreibtisch!), aber dass es viel Spaß macht und eine tolle Erfahrung ist. Der Unterricht ist sehr praxisnah und findet in kleinen Gruppen statt. Regelmäßig gibt es Projekte und Gastvorträge aus den verschiedensten Bereichen. Wenn der Kurs voll wird, dann gibt es 36 Studenten. Die Gruppen sind sehr international und der Anteil ausländischer Studenten liegt meist bei 50 Prozent. Nach dem Gespräch war ich also sehr positiv gestimmt und die Vorfreude stieg noch weiter.

Ein paar andere Sachen wie das Medical Centre, die nagelneue Bibliothek und die kleine "Shoppingmeile" auf dem Campus haben wir uns dann auch noch angesehen. Meine Eltern wollen mich jetzt definitiv beruhigt in die Uni lassen. Ich bin sehr positiv überrascht von der Uni und der Stadt. Die Bilder in den Prospekten und auf der Website sahen natürlich immer toll aus, aber Bilder entsprechen ja recht oft nicht der Realität. Doch nach einer kurzen, aber sehr intensiven Woche in Bournemouth und Poole bin ich mir sicher die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Jetzt bin ich also noch aufgeregter als vorher, habe schon angefangen die Vorbereitungsbücher zu lesen, mich für die Einführungswoche angemeldet und regele noch die letzten Sachen hier in Deutschland. Am 24. September werde ich dann endgültig übersiedeln und am 1. Oktober beginnt das Semester. Wenn dann auch noch das Studium toll ist, ist alles perfekt!

Übrigens: Ich frage mich echt, warum Kreisverkehre in England noch nicht zur "Erfindung des Jahrhunderts" gewählt wurden.

Friday, July 20, 2007

Do you like it lively or quiet?

Nachdem ich gleich letzte Woche noch meine Noten nach England geschickt und nun eine feste Studienplatzzusage erhalten habe, konnte ich mich endlich auch mal um eine Unterkunft kümmern. Das lag mir ja immer noch schwer im Magen, denn immerhin muss ich ein Jahr da wohnen und gefallen soll es mir ja auch. Noch dazu wusste ich, dass es die Mietpreise in der Gegend in sich haben. Ich habe mich als erstes bei dem University Accommodation Service umgesehen, der vor allem Plätze in Wohnheimen vermittelt. Nach ein bisschen Suchen interessierte ich mich vor allem für Corfe House, denn das eröffnet erst dieses Jahr und ist somit nagelneu. Noch dazu klang die Beschreibung ziemlich gut: im Zentrum von Poole, unweit des Hafens, alle Zimmer haben ein eigenes Bad, Internetanschluss, Waschmaschinen im Haus, und schon alles vollkommen ausgestattet.

Ich habe dann mal ausgerechnet, dass ich bis zum Campus 25 Minuten mit dem Bus brauche. Das nehme ich in Kauf, denn die Unterkünfte direkt am Campus haben keine eigenen Badezimmer und den Luxus will ich mir ja dann doch gönnen. Die Miete für ein Zimmer (!!!) im Corfe House beträgt schlappe
£90 pro Woche, aber den Stress mir privat noch was günstigeres zu suchen will ich mir im Moment nicht antun. Ich habe mich also gleich am Wochenende für einen Platz da beworben und schwupps gab es gestern auch schon die Reservierungszusage. Jetzt nur noch den Mietvertrag abwarten und ich muss doch nicht am Strand schlafen!

Friday, July 13, 2007

Kleine Blogkunde

Ja, so langsam geht es voran. Das Studium an der CBS ist geschafft und die Noten sind mehr als zufriedenstellend. Mit meinem First Class Degree hätte ich es zwar auch nach Oxford oder Cambridge geschafft, aber wenn man auch den Strand haben kann...

Und wenn ich schon bei Cambridge bin, dann baue ich auch gleich mal eine logische Assoziationskette auf, die erklärt warum um Himmels Willen dieser Blog "What ho, England!" heißt. Vor inzwischen fast 30 Jahren studierten in Cambridge nämlich zwei gewisse Herren namens Hugh Laurie und Stephen Fry, die sich da kennenlernten und beschlossen zusammen Comedy zu machen. Und das taten sie auch recht erfolgreich und stiegen in die Riege der bekanntesten englischen Comedians auf. Anfang der 90er Jahre waren sie die Hauptdarsteller in einer Serie namens "Jeeves and Wooster", die auf einer Romanreihe von P.G. Wodehouse basierte. Und in genau dieser Serie (die ich sehr liebe) begrüßt Bertie Wooster, alias Hugh Laurie, grundsätzlich alle mit den Worten: "What ho!"

Hugh Laurie kennt man heute vor allem als Dr. House und Stephen Fry als britisches Nationalheiligtum. Die beiden werden euch in diesem Blog wohl auch nicht zum letzten Mal begegnet sein, denn ich hab vor meinen Englandaufenthalt dazu zu nutzen mal eine Aufzeichnung der Sendung "QI" in London zu besuchen, die Stephen seit ein paar Jahren moderiert. Und als riesiger House-Fan, werde ich an Hugh Laurie wohl auch nicht vorbei kommen.

Soviel zu dieser kleinen Erklärung. Wieder was gelernt!
Clip: Jeeves und Bertie singen