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Friday, June 13, 2008

Just because I'm losing, doesn't mean I'm lost

Manchmal geschehen Zeichen und Wunder. Nachdem ich seit letzter Woche Donnerstag schlecht gelaunt war, weil ich weder Tickets für Coldplay in der Brixton Academy gewonnen hatte, noch eine E-Mail von der BBC bekommen hatte, die mich zu einem Exklusivkonzert einlud, und dann zu allem Überfluss auch noch zu spät dran war, als man ganz einfach an ein paar Brixton Tickets bei Ticketmaster rankommen konnte, gab es heute eine freudige Überraschung in der Post:



Exklusivkonzert, 600 Zuschauer, live im Fernsehen. Genial!

Tuesday, May 13, 2008

Und jetzt bitte mal auf Englisch: Cheers, darling!

Englisch: geliebt und gehasst. Zugegebenermaßen war ich mir sicher, bevor ich hier her kam, dass ich mit der Sprache keine Probleme haben werde, jedenfalls nicht um mich zu verständigen und andere zu verstehen. Seit ich nun aber hier bin, habe ich erstmal gemerkt wie schwer es doch manchmal sein kann. Ich ringe um Worte, die Worte ringen mit mir.

Ich mache immer noch viele Fehler beim Sprechen im Alltag (und das schlimmste ist, dass ich sie immer bemerke) und suche unglaublich oft nach den richtigen Worten und finde sie einfach nicht. Oder ich fange einen Satz an und merke, dass ich ihn nicht sinnvoll zu Ende führen kann. Zum Glück kann man dann immer noch ein "...you know" anhängen und der Gesprächspartner nickt wissend, wenn auch nicht viel schlauer.


Aber was soll's. Der große Vorteil ist, dass ich den ganzen Tag von Leuten umgeben bin, deren Muttersprache zumeist auch nicht Englisch ist. Alle machen mal Fehler und keinen stört's, denn zum Verstehen reicht es immer. Am Anfang spürte ich vor allem in Gesprächen mit Muttersprachlern den Drang alles richtig zu machen, aber auch das ist inzwischen mehr oder weniger verflogen. Kathryn sagte mir vor ein paar Wochen: "I don't know how all you guys do that. The course is hard for me already. You have to do it in a language that's not yours and yet you get great marks."

Mein Lieblingsphänomen der englischen Sprache nach all den Monaten ist aber ganz klar "cheers". Gut, das Wort kannte ich auch vorher schon, aber dass es dann doch so oft fällt und inzwischen gefühlte 200 verschiedenen Bedeutungen hat, hat mich dann doch ein wenig überrascht. Man kann sich quasi komplett mit "cheers" unterhalten. Ob thanks, hello, goodbye, good luck, congratulations, have a good day, all the best, well done, heres to you, take care, see you later, cool, okay, how are you, yes oder no. Irgendein "cheers" wird's schon richten.

Ansonsten finde ich es auch immer noch ein wenig merkwürdig von wildfremden Leuten mit Kosenamen wie darling, love und sweetheart angesprochen zu werden. An ältere Damen hinterm Verkaufstresen, die mir mit dieser überfreundlichen Anrede wahrscheinlich noch extra was verkaufen wollen, konnte ich mich ja inzwischen gewöhnen, aber als ich vor ein paar Wochen in der Unibibliothek vor einem Regal stand und ein etwas jüngerer Student an mir vorbei wollte, hörte ich doch glatt ein "Thank you my love" von ihm, als ich ihm Platz machte. Irgendwie...eigenartig.

Friday, April 11, 2008

Warnhinweis-Kultur

Manchmal glaube ich ja die Briten wollen einen für dumm verkaufen. Für ziemlich dumm sogar. Schon länger machen wir Ausländer uns lustig über die Aufschrift "Open by hand", die sich auf dem Verschluss einer jeden Coca Cola-Flasche hier befindet. Nicht dass da jemand auf dumme Ideen kommt und mit dem Schlagbohrer, einer Kettensäge oder den Zähnen zu Werke geht. Oder gar versucht den Schraubverschluss mit dem Flaschenöffner zu bezwingen. Nein, die Hand sollte es sein. Simpel und effektiv.

Aber das ist nicht der einzige Warnhinweis, der mich in den letzten Monaten hier stutzig gemacht hat. Auf der Verpackung jedes Käse steht "May contain milk" und ich frage mich woraus so ein Käse wohl sonst noch gemacht sein könnte. Da wundert es mich glatt, dass auf der Kellogg's Packung nicht steht "May contain cornflakes".

Fast jedes Mikrowellengericht (und damit kenne ich mich inzwischen gut aus, the queen of micro-waving!) warnt: "May be hot when cooked". Ein physikalisches Phänomen, dass es wohl nur auf der Insel gibt.

Und dann ein kleiner Höhepunkt der Warn- und Informationshinweis-Kultur vor ein paar Wochen in einem Londoner Club. Chetan kauft sich eine Flasche Bier auf deren Ettikett steht: "This bottle is green". Wir hätten's ansonsten wirklich nicht gewusst.

Saturday, March 01, 2008

5,2 auf der Richter-Skala

Bevor ich in den nächsten Tagen von unserem zweitägigen London-Abenteuer berichte, ein kurzer Nachtrag zur Nacht vom Dienstag auf Mittwoch. Kurz vor ein Uhr saß ich im Schneidersitz auf meinem Stuhl und druckte Material aus, als der Stuhl wie verrückt anfing unter mir zu wackeln. Ich bin entsetzt aufgesprungen und der ganze Fußboden bebte. Nach zehn Sekunden war alles wieder vorbei und das Schwindelgefühl in meinem Kopf ließ mich glauben, dass ich mir das ganze nur eingebildet hatte. Trotzdem habe ich für etwa eine Minute mit dem Gedanken gespielt nach unten zu rennen, immer in der Angst, dass das Haus (das ohnehin immer ein bisschen wackelt, aber nie so) gleich unter mir einstürzt. Aber alles war ruhig und vor Schreck bin ich danach gleich ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen habe ich dann bei BBC Online gelesen, dass es ein Erdbeben war. Das stärkste in etwa 25 Jahren. Wer hätte gedacht, dass man sogar sowas hier erleben kann? Besonders amüsant fand ich diesen Absatz eines Guardian-Artikels:

As disasters go, the Great Lincolnshire Earthquake of 2008, as it will doubtless never come to be called, was a very British catastrophe. Awoken by Wednesday's quake, variously described as a "low horrible grumble" or a "loud cracking bang", hundreds across Britain called their local police forces, just to make sure they knew about it. Many turned on the TV. But a great number, judging by an unscientific poll at its epicentre this week, grunted and went back to sleep.

[...]

Sharon Brooks said she initially thought the rumbling was an explosion. "The house shook and then my daughter came in and said 'My hamster's upside down.'

Thursday, January 17, 2008

I have a cunning plan!

Neues Jahr, neues Glück, neue Mitbewohner, altes England.

Nach ein paar Wochen Heimaturlaub in denen ich mich von den letzten Assignments erholen und das noch übrig gebliebene erfolgreich ignorieren konnte, bin ich am Sonntag wieder in Good Ol' England gelandet. Der Pilot nannte es "a sportive landing". Mir machten vor allem die vier Mädels neben mir Angst, die panisch quiekten als das Flugzeug über der Landebahn immer wieder von einer Seite zur anderen pendelte und wir ein wenig in unseren Sitzen herumgeschleudert wurden. Kann halt mal passieren, Mädels.

Poole sieht immer noch recht gleich aus. (Obwohl ich mich frage, ob diese leuchtgelben Poller schon immer vor dem Lighthouse Theatre standen.) Unsere Wohnung auch, jedoch gab's ein wenig Zuwachs und Simon kann sich jetzt freuen, dass er mit vier Mädchen zusammen wohnt. Somit teilen sich jetzt fünf Nationen unsere Wohnung: UK, China, Rumänien, USA, Deutschland. Jedenfalls sind die beiden neuen sehr nett und ich bin mir sicher wir werden alle gut zurecht kommen.

Als ich am Sonntag nach Mitternacht wiederkam, wartete schon ein Brief von der BBC auf mich. Während Fiona gehofft hatte, dass er für sie sei und ein Praktikumsangebot enthielt, war ich empört darüber, dass die mir schreiben wo ich doch brav meine Gebühren bezahlt habe. Etwas unerwartet befand sich dann aber ein Ticket für eine neue BBC4-Radioshow names "The Museum of Curiosity" darin. Und so habe ich gestern sieben Stunden Hin- und Rückfahrt nach London auf mich genommen um zwei Stunden gut unterhalten zu werden.

Die Sendung dreht sich um ein imaginäres Museum, das im Laufe der Zeit mit allerlei Kuriositäten, Phänomenen und interessanten Dingen gefült wird, die die eingeladenen Panelgäste und das Publikum vorschlagen. Moderiert wird das ganze von Blackadder-Produzent und QI-Erfinder John Lloyd, Co-Moderator
ist der allseits beliebte Bill Bailey, der die teilweise ins philosophische abgleitenden Gespräche mit Witz und Musikeinlagen auflockert. Eingeladen werden immer drei Gäste aus unterschiedlichen Bereichen wie Wissenschaft, Religion oder Comedy.

Ich hatte mich da vor ein paar Monaten für Tickets beworben, da ich gehofft hatte, dass Stephen Fry da vielleicht auch mal als Gast auftaucht. Ganz so viel Glück hatte ich zwar nicht, aber dafür war ich umso überraschter, als John Lloyd im Studio als letzen Gast Alan Davies ankündigte. Da machte mein kleines Herzchen aber einen Sprung, denn dass ich den mal sehen würde ohne eine QI-Aufzeichnung zu besuchen, hätte ich nicht gedacht. *aaaaahhhh* Alan war nur wenige Meter von mir entfernt! *aaaaahhhh*

Die Sendung war äußerst unterhaltsam und sowohl witzig, als auch anregend. Alan und Bill waren an einigen Stellen unschlagbar (besonders wenn es philosophisch wurde und man als normaler Mensch dem sehr sympatischen Astrophysiker und Autor Dr. John Gribbin kaum noch folgen konnte). Es gab auch ein paar lustige Anspielungen auf Alans gar nicht mal so vegetarischen Ausraster vor ein paar Wochen. Aber ansonsten hat Stephen Fry schon völlig recht: Er ist ein kleiner "stud muffin", den man am liebsten knuddeln möchte.

Zum Schluss wurden der Urknall (in Form einer ziemlich heißen Grapefruit), das Konzept der Stille und der Epping Forrest (neben dem Alan aufgewachsen ist und der anscheinend ziemlich faszinierend ist...oder auch nicht) in das Museum aufgenommen. Besser gesagt wurde das Museum in den Epping Forrest verlegt, weil Bill nicht so recht wusste wie er den Wald sonst im Museum unterbringen soll. Die Zuschauer konnten am Anfang auch ihre Vorschläge auf einem Blatt Papier einreichen und mein Vorschlag wurde doch glatt vorgelesen. Es war "a blue plastic box filled with the first air ever breathed by a human being" und Bill fragte sich etwas erstaunt, warum die Box denn gerade blau sein muss. Ich hätte es ihm ja gerne erklärt, aber aufspringen wäre dann doch ein bisschen unpassend gewesen.

John Lloyd: "Here is one of the suggestions that came from the audience: 'My suggested curiosity is a machine that produces ideas for interesting new radio programmes'." (Gelächter) "Yeah, well we know who you are now...oh no, we don't know who you are as it's signed with 'Leonardo Da Vinci'."

Da haben sich sieben Stunden Busfahrt mehr als gelohnt!

Saturday, November 24, 2007

Family Fortunes Reloaded

Ich sehe gerade wieder "Family Fortunes" (aka "Familienduell") und ich glaube das ist meine neue Lieblingssendung. Frage heute: Name something you blow. Top-Antwort: Whistle. Und das was ihr jetzt denkt war nicht dabei. (Warum eigentlich nicht? Jedem lag es auf der Zunge.)

Weiteres Highlight:

Name someone who works in the dark.
- A lightning man.

Thursday, November 01, 2007

Up to Date

Uni läuft. Steht immer noch am selben Fleck, aber läuft. Viel Arbeit, drei Assignments bis Dezember, zwei Consumer Behaviour-Präsentationen, jede Woche einen Pitch um ein neues Werbeprojekt. Zumindest kann ich noch behaupten, dass ich halbwegs Ahnung von dem habe was ich da mache. (Ich bräuchte übrigens professionelle Hilfe bei der Aussprache des in jedem Fach beliebten Ungar Mihalyi Csikszentmihalyi. Na, wer kann helfen?)

Um nicht in Depressionen zu verfallen, müssen wir natürlich jede Woche etwas unternehmen. Am Dienstag gab's unser erstes MAMC Dinner in einem kleinen libanesischen Restaurant. Zwei unserer Dozenten waren auch dabei und das war ein sehr schöner Abend. Wir haben uns alle die Regel auferlegt, dass wir bei solchen Dingen nicht übers Studium sprechen. Wie so einige andere auch, macht es mich verrückt, wenn man dauernd über irgendwelche Arbeiten spricht und wie weit die anderen schon sind. Erinnert sich vielleicht noch jemand an die BT?

Auke nimmt viel Platz ein zwischen Melon und mir. Ich mache an dieser Stelle keine Witze über Holländer und erzähle sie Auke lieber gleich selbst.

Nach dem Essen war ich ziemlich müde und wollte mit Amit und Uche wieder nach Poole fahren. Ein paar andere Leute aus unserem Haus sind noch geblieben und wollten später ein Taxi nehmen. Sparsam wie wir sind (und nach dem £24 Debakel vorletzten Samstag) haben wir den letzten Bus genommen. Erst mussten wir warten und dann hat die Fahrt 45 Minuten gedauert. Als wir von der Bushaltestelle nach Hause gingen, fiel mir neben meinem Zimmer ein Licht auf: "Is there light in Chetan's room?" Amit: "Seems so". Die anderen sind später gegangen und waren immer noch früher da als wir. Manche Busse fahren aber auch unglaublich langsam.


Nächste Woche: Wohnungsinspektion! Da sollten wir nochmal die Küche saubermachen, denn immerhin gibt es Goldsterne für die Saubermänner und -frauen zu gewinnen. Aber ich hab natürlich bereits unseren Staubsauger kaputt gemacht und muss das bis dahin noch mit ein bisschen Kleber vertuschen. Das wird einige jetzt nicht verwundern, nicht? Dabei habe ich gar nicht exzessiv gesaugt. Wer kann denn ahnen das dem Ding gleich ein Rad abfällt.

Inzwischen habe ich auch die Senderanzahl meines Fernsehers von vier auf 25 aufgestockt indem ich mir eine Set-Top-Box für £4,99 geleistet habe. Nicht dass das Programm dadurch an Niveau gewonnen hätte, aber immerhin hab ich jetzt mehr Auswahl zwischen den ganzen schlechten Dingen und BBC Four um immer sofort die neueste QI-Folge zu sehen. Am Samstag bin ich aber bei einem alten Bekannten hängengeblieben: dem "Familienduell". Werner Schulze-Erdel ist hier deutlich jünger und attraktiver, aber einige Antworten waren echt der Brüller. Kleine Auswahl:
Name something you might lose when getting older. - Purse.
Name a type of bean. - Lesbian.

Vorteil vom Leben in England: Man bekommt ein paar der Kinofilme schon früher zu sehen als in Deutschland. Und man muss nicht erst warten bis das geliebte Metropolis Köln die Filme dann auch in Englisch im Programm hat. Und deshalb saß ich am letzten Freitag mit immerhin sieben anderen Leuten auch gleich in der ersten Vorstellung von David Cronenbergs neuem Film "Eastern Promises". Sollte ich erwähnen, dass Viggo Mortensen da die Hauptrolle spielt und es vielleicht daran lag? Unbedingt empfehlenswert, es sei denn natürlich, man hat ein Problem damit innerhalb eines Films drei aufgeschlitzte Kehlen, abgeknipste Finger und einen nackten Viggo Mortensen zu sehen. Das klang jetzt nicht besonders einladend, oder? Werbung ist einfach nicht mein Ding. (Upps, was für einen Kurs mache ich nochmal?)

Saturday, October 27, 2007

Beware of old people!

Ohne Kommentar.

Friday, October 26, 2007

Know Your Onion!

Ein Post übers Essen. Entgegen der Erwartung einiger Menschen, werde ich hier im UK definitiv nicht verhungern. Wenn dann werde ich nur dick, was wiederum an Cadbury Flake, Burgern und Fish & Chips liegt. Schlimme Essenserfahrungen hatte ich noch nicht in den letzten Wochen, aber einige Dinge kamen mir doch etwas komisch vor.

Letzte Woche habe ich Spaghetti gekocht und darauf dann Ketchup gemacht. Simon hat mich angesehen als wäre ich ein Alien. Es war ihm neu, dass man auf Spaghetti Ketchup machen kann und das schmecken soll. Wo bitte bin ich denn hier gelandet? Eine kleine internationale Umfrage hat aber zu meiner Beruhigung ergeben, dass es auch in anderen Kulturen dieser Welt üblich ist Ketchup auf Nudeln zu machen. Puh!

Kuriosität #2: Irgendwie schmeckt hier jede Cola in den Clubs wie eine Mischung aus Red Bull und Cola. Das mag daran liegen, dass das teilweise aus dem selben Hahn kommt. Aber ich muss gestehen: Es schmeckt.

Meine Essgewohnheiten stoßen hier auch teilweise auf Entsetzen. Ich glaube Fiona denkt ich werde bald sterben bei den komischen Sachen, die ich esse. Sie kocht jeden Tag und ich bin inzwischen Meister im Microwaving. Noch entsetzter war sie nur, als ich Cornflakes zum Abendessen hatte und vor zwei Wochen anfing um 23 Uhr etwas zu kochen. Da kann man ja mal Hunger haben. Aber diese Woche habe ich tatsächlich mal einen richtigen Kochversuch hingelegt und Fiona war begeistert. Sie hat Simon gleich nahe gebracht, dass er das doch auch mal versuchen könnte, was der mit einem "Shut up" quittierte. Die beiden sind total lustig zusammen und blaffen sich dauernd auf eine liebenswürdige Art an. Simon hat einen ziemlich schwarzen Humor, der bei Fiona manchmal nicht ankommt und er wiederum verliert schnell die Geduld wenn es darum geht Fiona irgendwelche englischen Wörter und Sätze zu erklären. Das gipfelte vorgestern darin, dass Fiona Simon sagte: "You know what, Simon. I learn better English from Steph than from you."

Und nochmal zum Essen: Veenas und meine Eigenkreation vom Dienstag waren zwei Toastscheiben mit Mayonaise und drei dazwischen geklemmten Bratwürstchen. Das hat sogar geschmeckt. Nur hätten wir bei der Aktion beinahe den Feueralarm ausgelöst. Anstatt auf den Toast zu achten, haben wir uns lieber unterhalten und da der Toast nicht automatisch aus dem Toaster kommt, qualmte es nach ein paar Minuten fröhlich vor sich hin. Die Rauchschwaden waren schon ziemlich stark und ich hatte schon die Nummer rausgesucht bei der ich einen falschen Feueralarm melden kann. Aber gerade nochmal gut gegangen. Kurz darauf kam Tat, Veenas Flatmate, in die Küche gestürmt: "Oh my god, what did you do? Did the toaster explode?"

Monday, October 15, 2007

30 seconds on... fish-frying

Stress. STRESS! Zweite Woche und schon am Rande des Wahnsinns. Naja, vielleicht nicht ganz. Aber es war schon ein bisschen frustrierend, dass wir in den letzten Tagen etwa sechs Stunden Arbeit in eine 10-minütige Präsentation gesteckt haben. Klar will zur Zeit noch jeder eine gute Leistung abliefern, aber man muss ja auch mal Prioritäten setzen. Gestern saß ich auch noch sieben Stunden in der Bibliothek und habe gelesen. Sonntags stört einen wenigstens keiner dabei. Den theoretischen Text für unsere andere Präsentation habe ich kaum verstanden, aber eine nette Internetseite hat mir alles in Normalsprech übersetzt. Erfreulich war jedoch, dass ich zwischen all den Dingen, die ich gelesen habe, in der Marketing die Referenz zu Stephen Fry herausgelesen habe. Er begegnet einem doch überall!

30 seconds on... fish-frying

Saturday Night Fish Fry by Louis Jordan and His Tympany Five (1949) has been called one of the first rock'n'roll records. A jump-jive cover of an original by Eddie Williams and His Brown Buddies, relating the tale of a wild night out, it went on to be used as the theme to Stephen Fry's radio series Saturday Night Fry in 1988.

Fragt mich nicht, was das in einer Marketing-Zeitschrift zu suchen hat.

Am Freitag haben wir zusammen indisch gekocht und sind dann nach Bournemouth gefahren um in einen Club zu gehen. Anstatt in Poole zu bleiben wollten alle nach Bournemouth in diesen Club und ich dachte mir so, das muss aber ein toller Club sein. Es stellte sich als das in etwa mistigste heraus, was ich je gesehen habe. Inklusive grausamer Musik versteht sich. (Und wer bitte kommt auf die blöde Idee in einem Club Teppich zu verlegen?) Also wieder zurück nach Poole mit dem Taxi und dann Billard spielen im Gemeinschaftsraum. Das Spiel hat etwa anderthalb Stunden gedauert und verlief unter dem Motto "Wer kann den schlechtesten Spieler noch toppen?" Als ob wir dabei nicht schon genug gelacht hätten, hat Ashish danach im Fahrstuhl auch noch alle Knöpfe gedrückt und ich habe etwa fünf Minuten gebraucht, um im 8. Stock anzukommen. Wenigstens ist der Security-Guard nicht gekommen.

Monday, October 01, 2007

"Can I help you, Sir?" - "I'm a Madam."

Jetzt muss man die Engländer schon auf ihre eigene tolle Comedy-Vergangenheit aufmerksam machen. Ich habe gerade mit Simon "A Bit of Fry and Laurie" gesehen und er wusste gar nicht was das ist. So weit ist es schon gekommen! Noch schlimmer ist nur, dass uns irgendein ein bastard die günstigen Damien Rice-Tickets bei Ebay weggeschnappt hat. Wir haben jetzt ein paar neue Auktionen im Auge und hoffen vor dem 9. Oktober noch an zwei Tickets für Bournemouth zu kommen. Wäre ja auch erst mein drittes Damien Rice-Konzert dieses Jahr. Ich finde man sollte jährlich ohnehin zu mindestens vier gehen.

Ja, in der Uni war ich unglaublicherweise auch. Ich glaube ich habe mich schon fast daran gewöhnt immer um sieben Uhr aufzustehen. Ich war zwar nicht wach genug, um im Bus dann Simon und Amit zu finden, aber da von allen Seiten an mir gezerrt wurde, ließ ich mich dann doch davon abhalten ziellos in den hinteren Busteil zu irren und mich neben die restalkoholisierten Undergraduates vom gestrigen Pub Crawl zu setzen.

Ich hatte einen dreistündigen Study Skills-Kurs in dem ich nochmal gelernt habe, wie ich Texte lese, zitiere und Notizen mache. Kurz gesagt, war es ziemlich langweilig für mich, aber es gibt halt auch Leute, die seit mehr als zehn Jahren nicht studiert haben. Unser Kurs wurde in zwei handlichere Gruppen aufgeteilt, die getrennt voneinander den Einführungskurs diese Woche besuchen. In meiner Gruppe gab es heute unglaublicherweise nur eine Engländerin, die sich zwischen den ganzen Ausländern (aus Indien, China, Thailand, Taiwan, Bangladesh, Brasilien, Norwegen, Kroatien, den Niederlanden und Deutschland) wahrscheinlich auch schon wie eine Fremde gefühlt hat.


Mittag hatte ich mein Pre-Enrollment, die richtige Einschreibung folgt dann erst nächsten Montag. Heute wurden nur ein paar formale Sachen erledigt, wie Identität überprüfen, Formulare ausfüllen und Zertifikate vorlegen. Elaine, unsere Course Administratorin, war ein bisschen überfragt als ich die Box ausfüllen wollte, in die ein Code eingetragen wird, der verrät welches Degree man bei Studienbeginn bereits hatte. Es gab '10' für einen Abschluss einer europäischen Institution außerhalb des UK und '11' für ein UK-Degree. Irgendwie habe ich doch beides, oder? Wir haben uns jetzt mal für '11' entschieden, weil das University of Hertfordshire-Diplom das schönere Wappen hat.

Nach der Uni kam ich mir bei dem Versuch einzukaufen ziemlich blöd vor. Ich wollte zum nahegelegenen ASDA Supermarkt, weil mir alle erzählt haben, dass es da am günstigsten sei. Es gibt ein Bus-Shuttle dahin, aber wie ich feststellen musste nur bis 14:40 Uhr. Also wollte ich dahin laufen, doch erst war eine stark befahrenen Straße ohne Überquerungsmöglichkeit zwischen mir und dem ASDA und dann eine Mauer. Ich konnte hinter der Mauer zwar den Supermarkt sehen, kam aber einfach nicht auf die andere Seite. Zwei Versuche einen anderen Weg zu finden später, schaffte ich es zumindest über die stark befahrenen Straße zu rennen. Auf dem Rückweg habe ich dann doch noch einen akzeptablen Pfad gefunden, der sogar mit einer Fußgängerampel ausgestattet war!

London gestern war auch sehr schön. Jan und ich mussten feststellen, dass London gar nicht wie London erscheint, wenn man sich mit Leuten da trifft, die man eigentlich von woanders her kennt. Wieder mal: weird.