Showing posts with label Uni. Show all posts
Showing posts with label Uni. Show all posts

Wednesday, July 30, 2008

"We're not dancing - we're just moving our hands."

Ein kleines Wohnzimmer in Winton, 14 Inder, ein Brite, eine Chinesin und eine Deutsche. So sah es aus, als wir am Sonntag eine kleine Überraschungsparty für Veena organisiert hatten, die am Montag Geburtstag hatte. Kurz nach zehn haben wir sie quasi aus ihrem Zimmer gekidnappt und sind nach Winton gefahren, wo Kiran in seinem Haus ihre Freunde eingeladen und für Essen und Getränke gesorgt hatte.

Fi und der Champagner

V, Fi & me (reimt sich)

Bei so viel vertretenen Indern dürfen zwei Sachen natürlich nicht fehlen: Bollywood-Musik und Tanzen. So würde das kleine Wohnzimmer in eine Tanzfläche verwandelt und ich habe mal wieder Nachhilfe bekommen. Einmal auf den Geschmack gekommen, sind die indischen Bewegungsabläufe auch gar nicht mal so schwer. Junaid brachte es treffend auf den Punkt: "We're not dancing - we're just moving our hands." Naja, ein bisschen mehr als das ist es schon.

Nachhilfeunterricht von Junaid

Nach Mitternacht gab es dann auch noch Essen in der Küche. Kiran hat meinen Teller großzügig gefüllt. Der Reis war sehr gut und für meine Geschmacksnerven angenehm, aber das Hühnchen-Curry hat schließlich meinen Kopf fast zum Explodieren gebracht. Wahrscheinlich ist das am Ende nur nicht passiert, weil ich zu sehr damit beschäftigt war über Simons hochroten Kopf zu lachen. Am Ende hatten wir beide mehr Joghurt auf dem Teller als Reis und Curry, damit wir überhaupt in der Lage waren aufzuessen. Wenigstens haben die Inder bestätigt, dass das Curry "slightly spicy" war.

Letzte Woche haben wir uns mit "WALL-E" und "The Dark Knight" im Kino vergnügt und ein kleines Picknick am Strand veranstaltet. Das Wetter ist wirklich schön in den letzten Tagen und ich habe mich auch mal von der Dissertation losgerissen. Die ist inzwischen schon auf 9.000 Wörter angewachsen und John ist äußerst zufrieden mit mir und meinem Geschriebenen. Sieht also gut aus! Das Ausmisten meines Zimmers geht auch gut voran und gestern habe ich die ersten beiden Pakete Richtung Deutschland geschickt. Zum perfekten Glück fehlt jetzt eigentlich nur noch ein Job in London.

Saturday, July 19, 2008

Ausgegraben

So sieht meine Ausrede für die Funkstelle hier aus. Ich wurde eingebuddelt am Strand zurückgelassen. Wozu Feinde, wenn man solche Freunde hat.

Spaß beiseite: Der Sommer ist da! Das heißt wir haben manchmal 22 Grad, "sunny spells" und Barbecues am Strand, bei dem man eigentlich schon eine Winterjacke bräuchte. Und das beste: Ich liebe es! Ist mir tausendmal lieber als unerträglich Hitze.

Ah, ich liebe Elsies Polaroidkamera!

Neben ein paar Aktivitäten am Strand, auf dem Fußballplatz und bei Parties waren die letzten Wochen aber zumeist von Arbeit geprägt. Nein, das ist eigentlich auch nicht richtig, es sei denn man bezeichnet das Vermeiden von Arbeit auch als Arbeit. (Ein gewisser Fernsehdoktor würde das sicher so sehen.) Kann manchmal sogar ziemlich harte Arbeit sein. Jedenfalls habe ich es letztendlich doch geschafft die ersten 6.000 Wörter meiner Dissertation zu schreiben und damit wäre fast schon ein Drittel geschafft. Nachdem mir John nächste Woche ein Feedback dafür gegeben hat, kann ich mich hoffentlich an den nächsten Teil machen und so schnell wie möglich auf 10.000 Wörter aufstocken, bevor Anfang August meine Eltern für zwei Wochen herkommen und wir ein bisschen das Land erkunden.

Die Zeit in England geht langsam aber sicher zu Ende. Gestern habe ich mein Zimmer ausgemistet und werde in den nächsten Wochen ein paar Sachen verkaufen, damit ich nicht alles nach Deutschland schleppen muss. Ein paar andere Sachen schicke ich schon mal nach Hause, da das wohl günstiger ist als Übergepäck beim Rückflug. Am 7. September muss ich ausziehen und da ich Karten für zwei Coldplay-Konzerte in Deutschland habe, werde ich auch erstmal zurück nach Deutschland kommen. Jedoch muss ich dann nochmal zurück, um am 22. September die Dissertation abzugeben.

Doch so schnell will ich die Zeit hier nicht zu Ende gehen lassen. Vor ein paar Wochen ist meine Entscheidung gefallen und ich versuche zur Zeit einen Job in London zu finden, um ab Oktober oder November auch mal was richtiges zu machen, nämlich arbeiten. Ich habe Hoffnung, dass ich was gutes bekomme und bin zur voller Vorfreude auf das, was auch immer da kommen mag. London wäre sicherlich ein schönes Abenteuer für ein paar Jahre, bevor es mich dann vielleicht woanders hin zieht. Mal sehen.

Sunday, June 22, 2008

Lobeshymne

Gestern einen Brief von der Uni bekommen:

Dear Stephanie,

On behalf of the Diploma Stage Board of Examiners, I am delighted to be able to write and congratulate you on your excellent set of results. You have worked hard, made a strong contribution and consistently produced some very good work. You can be justifiably proud of your achievements so far, and I very much hope that you have enjoyed the first two terms of the programme as much as we have enjoyed teaching you.

We very much look forward to reading your dissertation in September!

Kind regards

Na toll, ich liebe es unter Druck gesetzt zu werden. Auf gut Deutsch heißt der Text doch übersetzt: "Und wehe wenn die Dissertation nicht auch gut wird!". Aber trotzdem schön.

Thursday, June 12, 2008

Dinstinction!

Heute kamen die Ergebnisse unseres Postgraduate Diploma. Das haben wir jetzt schon in der Tasche und können somit zum Master-Level fortfahren. Und ganz überraschend bin ich tatsächlich die einzige im Kurs mit einer Distinction. Woohoo!


Monday, June 09, 2008

Oben ohne

Es gibt tatsächlich einen guten Grund bei strahlendem Sonnenschein in die Uni zu fahren und dort in der verlassenen Bibliothek zu arbeiten. The obvious: Die Dissertation nimmt Gestalt an. The even better: Es ist Sommer und die Uni-Busse wurden ihrer Dächer beraubt!

Und so fahre ich durch die Sonne, den Duft von Meer und den Bäumen in der Nase, das neue Album von Coldplay auf den Ohren und den frischen Wind im Gesicht. Herrlich!

Und wie ich gerade auf der Wilts & Dorset-Webseite erfahren habe, dauert es gerade mal zwei Stunden um einem Doppeldeckerbus das Dach abzunehmen und ihn in einen Sommerbus zu verwandeln. Hätte ich mal ein bisschen mehr aufgepasst, hätte ich die Operationen sogar sehen können, denn das Busdepot befindet sich genau unter meinem Fenster.

Aber morgen wird das Leben noch herrlicher, denn wir machen einen Ausflug auf den ich mich schon seit Wochen freue: Es geht in den Freizeitpark! Phantasialand-Entzugserscheinungen adé!

Sunday, May 18, 2008

It's dissertation time...once again!

Den Unterrichtsteil meines Kurses hätte ich also hinter mir. Fehlt ja nur noch der Teil, der erfahrungsgemäß am meisten Spaß macht: die Dissertation! Wieder dürfen es 18.000 Wörter werden, höchstens aber 20.000, und da ich das beim letzten Mal schon locker überschritten habe, weiß ich zumindest, was auf mich zukommt.

Bevor ich nochmal kurz eine Stippvisite in Deutschland eingelegt habe, hatte ich ein paar Tage zuvor mein erstes Treffen mit meinem Supervisor John. Schon einen Tag nachdem wir unsere Themen eingereicht hatten, wurden uns die Supervisor zugeteilt und aufgeregt stand ich vor der Liste an Elsbeths Bürotür. Einige haben ein schlechtes Los erwischt und ich kannte meinen Tutor nicht einmal. Das kann schlecht oder aber auch gut sein.

Das erste gute Zeichen war, dass uns John noch am selben Tag eine Mail geschrieben hat, in der er uns zu einem ersten Treffen einlud. Organisiert und proaktiv finde ich immer gut. Etwas aufgeregt haben wir uns dann Anfang des Monats bei ihm eingefunden (er betreut außerdem noch Elsie, Nanika, Jennifer, Amit, Chetan und Ashish) und er war uns allen sofort sympathisch. Locker, organisiert und ganz offensichtlich auch sachkundig.

Er überlässt uns, wie wir die nächsten Monate angehen wollen. Ob wir lieber hart für eine tolle Note arbeiten, oder ein bisschen den Sommer genießen wollen. Noch bin ich mir nicht so sicher, was genau ich davon will. Im Moment liegt mein Durchschnitt aus allen Kursnoten knapp über 70 Prozent und ist somit eine Distinction, aber andererseits haben wir auch noch so viel geplant diesen Sommer und ich will unbedingt noch ein bisschen was vom Land sehen.

Inzwischen hatte ich zwei Einzeltreffen mit John, die beide super gelaufen sind. Nach meinem "Hilfe! Mein Dissertations-Tutor stellt sich als geisteskrank heraus"-Debakel vom letzen Jahr, kann ich erstmal erleichtert aufatmen. Wir haben erst anderthalb Stunden meines Zeitkontingents (das auf 10 Stunden mit dem Supervisor begrenzt ist) verbraucht und sind uns inzwischen im Klaren über das Thema, den Titel, das Reseach Aim und meine Objectives. Ein gutes Gefühl.

Noch dazu kann man sich auch über andere Sachen ganz toll mit John unterhalten. Als er mich fragte, was ich für Musik höre, kamen wir auf Irland zu sprechen, denn obwohl ich es nicht gehört habe (sein Akzent klingt für mich sehr englisch) kommt er aus Irland und wir haben gleich ein paar gemeinsame Interessen gefunden. Unser erstes Gemeinschaftsprojekt wird dann wohl die Erforschung der eigenartigen Popularität von Irish Folk Bands in Deutschland sein.

Nur noch 18.000 Wörter!

Wednesday, April 09, 2008

Four Weeks in a Nutshell

Nein, weder tot noch das Schreiben verlernt. Einfach nur total gestresst in den letzten Wochen des Terms und da hatte ich kaum Lust hier noch viel zu schreiben. Aber das heißt ja nicht, dass nix passiert ist. Im Gegenteil: Es musste sogar ziemlich viel passieren, denn man zahlt ja schließlich nicht 3.500 Pfund um dann den Master nicht zu schaffen. Ein kurzer Schnelldurchlauf durch vier Wochen Stress, garniert mit kleinen Erfolgen:

Mittwoch, 29. Februar:
Um 15:20 Uhr beginnt unser London-Abenteuer auf den hinteren Plätzen eines National Express Buses. Wir kichern viel und haben das Gefühl auf Klassenfahrt zu gehen. Lust viel zu arbeiten hat keiner so recht, auch wenn der eigentliche Grund der Reise ja ist, verwertbare Dinge zu Jean Paul Gaultier und dem Parfummarkt im Allgemeinen zu erfahren. Aber das Motto unseres Teams "Rocket Media" legen wir fest auf: "Work effectively with the most fun possible".


In London angekommen lotst uns Kathryn durch die inzwischen schummrige Stadt und meint, dass es kein Problem sei von der Victoria Station bis zum Piccadilly zu laufen. Es hat aber dann doch gereicht um uns alle aus der Puste zu kriegen. Am Piccadilly angekommen stehen wir alle verloren in der Gegend rum, denn so gut organisiert wie wir dachten, hatten wir den Trip dann doch nicht: Keiner hatte nachgesehen, wo sich unser Hostel denn befindet.

Eine halbe Stunde später stehen wir dann doch davor und die ersten Hoffnungen sinken beim Anblick eines verdreckten Eingangs in einer düsteren Gasse abseits des London-Glamours. An der Rezeption werden wir unfreundlich bedient und bekommen einen Stapel Bettbezüge. Ich ahne Schlimmes und werde beim Anblick unserer Pods (die auf dem Foto doch noch so einladend aussahen) auch nicht enttäuscht. Zu allem Überfluss ist eines unserer Betten auch noch bereits belegt und wir müssen uns wieder mit den Leuten an der Rezeption herumschlagen.

Noch frohen Mutes

Hier dann nicht mehr: die Pods

Wir sind uns alle einig, dass es nur eine Lösung gibt: So schnell wie möglich wieder raus und einen schönen Abend verleben, der uns auf bessere Gedanken bringt. Kathryn hatte uns im Vorfeld ein Drei-Gänge-Menü im Rock Garden in Covent Garden organisiert. Dort fühlen wir uns für nur 12 Pfund wie kleine Prinzessinnen (und ein kleiner Prinz), umgeben von roten Samtvorhängen auf einer Empore, mit Champagner-Gläsern in der Hand.

Chetan und Jennifer

Kathryn und ich (mit Champagner!)

Danach feiern wir ein wenig im darunter gelegenen Gardening Club und lenken uns von dem Gedanken ab, dass wir den Rest der Nacht in unseren Pods verbringen müssen. Als wir gegen zwei Uhr nachts wieder im Hostel ankommen, stöhnt unser Mitbewohner ein wenig, als wir das Licht anmachen. Doch wir kennen keine Gnade. Ich liege noch lange wach. Die Heizung im Zimmer steht auf der Höchststufe und lässt sich nicht abstellen, das Fenster lässt sich nicht mehr als einen Spalt öffnen. Es kann nur besser werden.

Team Rocket Media

Kathryn und Camilla

Donnerstag, 30. Februar:
Trotz des relativen späten zu Bett Gehens sind wir gegen 7:30 Uhr alle hellwach und wollen nur noch weg. Chetan beklagt sich über kleine, juckende Bisswunden von Bettwanzen und wir fragen uns ob wir nach einer Dusche sauberer sind als vorher oder es lieber gleich lassen. Wir entscheiden uns gegen das Frühstück im Hostel und genießen lieber die schöne Atmosphäre in einem italienischen Café.

Der erste Punkt auf unserem Tagesplan ist der Jean Paul Gaultier Flagship-Store, versteckt in einer kleinen Seitenstraße. Schon die Fassade sieht viel zu exklusiv für uns aus, aber wir gehen trotzdem rein und werden von drei Verkäufern argwöhnisch beäugt. Wir geben uns als Studenten zu erkennen und fragen nach ein paar Infos. Der Verkäufer ist distanziert, aber zeigt sich betont freundlich und erzählt uns, dass er das Parfum vielleicht als Geschenk für den 3.000 Pfund teuren Mantel da drüben dazu gibt. Zum Schluss bekommen wir ein paar Parfum-Proben in die Hand gedrückt und beim Rausgehen hält man uns die Tür auf. Ein Versuch war es wert.

Nächste Station ist Harrods, wo uns ein netter Verkäufer nützliche Informationen gibt. Danach geht's auf die Oxford Street in die großen Kaufhausketten. Da es mitten in der Woche ist, sind wenige Leute in den Geschäften und die meisten Verkäufer haben Zeit mit uns zu plaudern. Chetan ist völlig fasziniert von einem Verkäufer in Debenham's, der ihm mit den kajal-geschminkten Augen zuzwinkert und erläutert, dass Jean Pauls Make-Up-Reihe für Herren der letzte Schrei ist.

Wir laufen viel umher, schleppen dabei schwere Taschen mit uns herum und bekommen gute Einblicke. Zum Schluss essen wir Pizza und fahren dann völlig erschöpft zurück zur Victoria Station, von wo aus es wieder zurück nach Bournemouth geht. Wir stinken alle unglaublich nach den verschiedensten Parfums und wundern uns nicht, dass die Plätze neben uns im Bus leer bleiben. Besonders fies ist das Channel No. 5 an meinem Handgelenk, das so penetrant riecht, dass ich es vermeide meine Hände auch nur noch in die Nähe meines Gesichtes zu bringen. Aber wir sind uns sicher, dass uns unser Ausflug einen Vorteil gegenüber den anderen Teams verschafft hat.

Montag, 3. März:
Ich erfahre, dass unser London-Trip vielleicht doch nicht so exklusiv ist wie wir glaubten, denn inzwischen scheinen alle unsere Idee kopiert zu haben. Auke erzählt mir, dass er im Jean Paul-Shop freundlich gebeten wurde wieder zu gehen, wenn es sich denn auch um dieses Studenten-Projekt handele. Vielleicht lag es ja auch einfach nur an seinem ständig-existenten Stilbruch: der gelben Daunenjacke, die ihn schon so berühmt auf dem Campus machte.

Dienstag, 4. März:
Wir haben unser erstes Treffen mit Elsbeth für Campaign Planning. Wir erzählen ihr von unseren Einblicken, die wir in London gesammelt haben. Wir geben ihr erste Ideen für Dinge auf denen wir unsere Kampagne aufbauen wollen und sie tut sie sogleich ab mit dem Kommentar, dass sich daraus kein Konzept stricken lässt, das auch nur irgendjemanden überzeugt. Wir sind wieder bei Null und sie ermahnt uns gründliche Konsumentenforschung zu betreiben. Zum Schluss rutscht ihr doch ein kleiner positiver Satz raus: "It's a good beginning." Na hoffentlich.

Donnerstag, 6. März:
Es ist Betis Geburtstag und ich mache mich auf vom achten in den fünften Stock um am Kuchen teilzuhaben. Ein paar Leute haben sich dort schon versammelt. Alle sehen gestresst aus, denn am Montag ist der Abgabetermin unseres ersten Assignments. Ich habe gerade erst angefangen und sollte eigentlich arbeiten, aber die Gesellschaft der anderen ist mir dann doch lieber.


Beti und ihr Kuchen

Auke, ohne gelbe Jacke und trotzdem glücklich

Freitag, 7. März:
Wir führen Interviews um herauszufinden welche Beziehungen die Menschen zu ihren Parfums haben und welche Rituale es gibt. Ich frage mich ernsthaft ob wir je eine sinnvolle Kampagne auf die Beine stellen können. Und ob ich je wieder Parfum verwenden werde.

Montag, 10. März:
Vier Uhr morgens ist das PR-Assignment ("A discussion on the importance and disregard of communication with internal publics within the discipline of public relations") ausgedruckt und abgabebereit. Ich bin wie immer nicht komplett überzeugt davon, aber zumindest zufrieden. Ich stehe um 7:30 Uhr wieder auf und nehme den ersten Bus um es abzugeben.

Sonntag, 16. März:
Ich brüte über meinem Direct Marketing-Assignment. Es will einfach nicht klappen. Als ich alles geschrieben habe, was ich drin haben will (und das ist schon nur die Kurzform von dem, was ich gerne noch ausführlicher beschreiben würde), habe ich über 4.000 Wörter und mindestens 500 müssen wieder weg. Zum Schluss lösche ich einfach rigoros zwei lange Absätze und stelle ein paar Sätze um. Fertig: "A critical discussion on affinity marketing with a focus on its relevance to direct and its linkage with relationship marketing".

Montag, 17. März:
Assignments abgegeben und wir feiern das freudige Ereignis mit einer Party in Corfe House. Betis und Ivans Wohnung ist übervoll mit all unseren Kursteilnehmern und anderen Freunden. Da auch noch St. Patrick's Day ist, konnte Auke irgendwo eine mega-hässliche Guinness-Mütze abstauben, die den ganzen Abend seinen Kopf nicht mehr verlässt und bei uns nur noch Kopfschütteln verursacht. Wir haben jede Menge Essen von Thai und Indisch bis Kroatisch und Brasilianisch. Nur die Durchschlagskraft des kroatischen, im Hinterhof selbstgebrauten Schnapses wurde einigen erst später bewusst. Zu spät.


Dienstag, 18. März:
Der Tag nach der Party. Ich habe zwar nichts getrunken, verschlafe aber trotzdem und entscheide mich wieder ins Bett anstatt zur Vorlesung von Elsbeth zu gehen. Gegen Mittag schickt sie eine böse Mail mit der Info, dass lediglich sechs von dreißig Leuten heute Morgen zugegen waren. Uns plagt ein kleines schlechtes Gewissen und wahrscheinlich gerade deshalb wollen wir uns am Nachmittag nicht mit ihr treffen um unser Projekt zu besprechen. Jennifer erzählt mir, dass Elsbeth fast schon panisch sei, da die Gruppen sich im vergangenen Jahr mindestens vier Mal mit ihr vor der Endpräsentation getroffen haben und sie wusste, ob es "präsentierbar" war ohne dass sie sich vor dem Klienten blamiert. Aber wir sind halt ein fauler Haufen.

Am Nachmittag haben wir ein Team-Meeting und breiten 100 Printwerbungen im ganzen Zimmer aus, die wir dann gebannt anstarren. Ich bezweifle immer noch, dass wir je eine gute Kampagne auf die Beine stellen. Elsbeth sagt einer anderen Gruppe, die in etwa genauso weit ist wie wir, dass sie eventuell noch eine befriedigende Präsentation halten können, wenn sie ab jetzt nicht mehr schlafen. Wir beschließen uns ab nun jeden Tag zu treffen bis zur Präsentation am nächsten Donnerstag. Nur noch neun Tage.

Mittwoch, 19. März:
Der Tag beginnt mit Mordgedanken. Elsbeth hat uns gesagt, dass ihr nur ein Call-Report unseres Teams vorliegt. Das bedeutet, dass wir uns nur einmal getroffen haben, denn nach jedem Treffen muss ein Report eingereicht werden, der besagt was gemacht wurde, wer da war und was die Aufgaben bis zum nächsten Treffen sind. Als Account Executive ist Chetan dafür zuständig, doch er hat es verbummelt. Es fällt mir etwas schwer mich zurück zu halten, denn ohne die Reports fallen wir durch. Doch Kathryn nimmt alles souverän in die Hand, wir erstellen eine Liste unserer vorangegangenen Meetings und Chetan schreibt sie am Abend alle nieder.


Wir grübeln ewig über unserem Key Proposition, der zentralen Idee auf der wir die Kampagne aufbauen. In unserem Kopf hat sich aus den Ergebnissen der Konsumenten- und Marktforschung ein Bild dessen ergeben, was wir sagen wollen, doch es scheitert an der richtigen Formulierung. Satz um Satz wird verworfen. Ein zentrales Wort aber bleibt: edge. Nur noch acht Tage.

Donnerstag, 20. März:
Wir treffen uns wieder bereits am Morgen und basteln weiter am Key Proposition. Ich habe ein schlechtes Gefühl, da wir uns nur einmal mit Elsbeth getroffen haben. Ich plädiere dafür ihre Meinung zu unserem bisherigen Konzept zu hören um zu vermeiden, dass es in eine völlig falsche Richtung geht. Doch da schwebt ja auch immer die Angst mit, dass wir danach ganz von vorn anfangen müssen. Wir nehmen unseren Mut zusammen und treffen sie am Nachmittag. Wir stellen ihr unseren Key Proposition vor und sie ist ungewohnt positiv. Auch wenn sie unser Konzept etwas missversteht ("So your central word is 'edgy'? You'll have a campaign with rappers then."), sind wir zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind. Ich schlafe mal wieder besser. Immer noch sieben Tage.

Freitag, 21. März:
Kahryn ist in London auf Haussuche und Camilla verbringt Zeit mit ihren Eltern. Chetan, Jennifer und ich treffen uns in Corfe House, doch wir sind alle zu erschöpft um noch etwas zu Stande zu bringen. Nach einer halben Stunde geben wir auf und beschließen, dass jeder selbst ein paar Gedanken formuliert. Noch sechs Tage.

Samstag, 22. März:
Wir treffen uns in meiner Küche und wollen das kreative Konzept am Ende des Tages komplett stehen haben, damit ich morgen den Media Plan aufstellen und kalkulieren kann. Wir haben unseren Key Proposition ("Jean Paul Gaultier is an edgy brand—daring, provocative and trendsetting—yet accessible enough for people to relate to the brand. It is these distinctive qualities which they want to take into their everyday lives.") noch einmal umformuliert und unsere 'Big Idea' ("Jean Paul Gaultier gives you your own edge") kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.


Es kommen Zweifel in uns auf, als wir uns über die anderen Gruppen unterhalten. Einige hatten in den letzten Tagen Treffen, die 18 Stunden dauerten und schlafen kaum noch. Wir fragen uns, was wir falsch machen.

Wir haben eine Idee für die kreative Umsetzung, die mir gefällt und Hoffnung gibt, dass wir alles noch rechtzeitig schaffen, doch ich sehe etwas Zweifel in den Gesichtern der anderen, die nicht komplett von der Idee überzeugt sind. Gegen fünf Uhr fällt für zwei Minuten der erste Schnee, den ich in England sehe und wir sitzen alle gebannt am Fenster. Nur noch fünf Tage und die Panik wird größer.

Sonntag, 23. März:
Jeder arbeitet allein an seinem Teil des Projekts. Ich bin der Media Director und zuständig für den kompletten Media Plan und das Budget von 5 Millionen Pfund für drei Jahre. Ich habe mit den anderen einen groben Plan durchgesprochen, den ich jetzt im Detail erstellen muss. Noch dazu müssen alle Kosten berechnet werden. Den ganzen Tag sitze ich vor dem Computer und berechne Preise für Fernsehslots, Printwerbung, Advertorials und digitale Poster an Rolltreppen in der U-Bahn. Ich schlage mich mit GRPs und Zielgruppenreichweiten herum und gehe schließlich gegen zwölf mit tierischen Kopfschmerzen ins Bett. Ich wünsche mir, dass alles einfach nur vorbei ist und der Druck endlich von meinen Schultern fällt. Nur noch vier Tage.


Montag, 24. März:
Heute ist es ganz schlimm. Wir treffen uns wieder in meiner Küche und ich habe ein wenig den Mut verloren. Die anderen Gruppen scheinen viel mehr zu machen als wir. Wir haben weder eine Präsentation, eine kreative Umsetzung, noch den Report von 4.000 Wörtern. Kurzum: Ich fühle mich, als haben wir gar nichts.


Als wir dann unser kreatives Konzept vom Samstag wieder komplett verwerfen und Camilla etwas Neues vorschlägt, dass für mich nicht auf Anhieb Sinn macht, muss ich erstmal frische Luft schnappen gehen.

Danach geht es zumindest ein bisschen bergauf. Wir konkretisieren unsere kreative Idee und ich finde langsam Gefallen daran. Noch dazu muss ich lernen auch mal loszulassen. Ich kann nicht alles kontrollieren und selbst machen. Das Gute ist, dass ich meinen Teammitgliedern vertraue. Das muss ich auch, denn es sind nur noch drei Tage.

Dienstag, 25. März:
Meine schlechte Laune von gestern zieht sich bis in den Morgen. Wir treffen uns bereits um neun Uhr und beginnen die PowerPoint-Präsentation zusammenzustellen. Als das gut läuft, finde ich meine Zuversicht wieder. Wir hangeln uns schnell durch alle Folien, die wir brauchen und ich habe einige gute Ideen für die finale Umsetzung. Als wir alle Folien beisammen haben, wird mir klar, dass unser Konzept gut durchdacht und sehr logisch ist. Jetzt gilt es diese Logik auch für den Klienten ersichtlich zu machen und unsere Ideen klar zu präsentieren.


Nach dem Mittag beschließen wir, dass jeder an eigenen Aufgaben arbeitet, um schneller voran zu kommen. Jennifer, Chetan und Kathryn kümmern sich um das Zusammenstellen des Reports, den wir in Einzelteilen schon haben. Weiterhin basteln Kathryn und Camilla das Storyboard für unsere TV-Kampagne. Ich fahre nach Hause und arbeite den ganzen Tag an der Präsentation, damit sie am Donnerstag ansprechend aussieht und strukturiert unsere Ideen widergibt.

Zum ersten Mal seit Tagen scheint die Sonne und obwohl es nur noch zwei Tage sind (eigentlich ja nur einer an dem wir komplett arbeiten können) bin ich frohen Mutes.

Mittwoch, 26. März:
Wir haben unser längstes Treffen, das von neun Uhr morgens bis fast zehn Uhr abends reicht. Am Morgen präsentieren Camilla und Kathryn uns das Storyboard. Wir finden es alle auf Anhieb super. Ausgehend von dem Storyboard entwerfen Camilla und Chetan Printanzeigen mit Photoshop in der Bibliothek (wo auch andere Gruppen fleißig basteln), während Kathryn und Jennifer den Report finalisieren und ich alle Vorsichtsmaßnahmen treffe, damit die PowerPoint-Präsentation morgen auf jeden Fall läuft, ganz egal von welchem Computer wir sie starten müssen. Die Schriftarten, von denen wir uns aber nicht trennen wollen, machen mir Probleme.


Am späten Nachmittag haben wir das Storyboard, die Printanzeigen und einen visualisierten Media Plan fertig. Die Präsentation ist auch komplett und gefällt allen. Wir teilen die Folien auf und besprechen was gesagt werden muss. Gegen 18 Uhr haben wir unsere erste Meinungsverschiedenheit überhaupt und die Stimmung ist ein wenig angespannt. Kathryn möchte gerne eine Folie umformulieren um sie logischer zu machen. Nach 20 Minuten ist es auch schon wieder vorbei und die Änderungen sind durch.

Das Storyboard für den TV-Spot
Die Printanzeigen
Die PowerPoint-Präsentation

Wir üben die Präsentation zweimal komplett und vereinbaren, dass jeder seine Teile schriftlich in der Nacht ausarbeitet. Gerade uns Nicht-Muttersprachlern fällt es schwer frei zu reden und trotzdem auf den Punkt zu kommen. Halb neun haben wir den Raum für die morgige Präsentation gebucht und machen uns damit vertraut. Die Aufregung steigt. Nur noch eine Nacht. Einige Gruppen schlafen gar nicht und verbringen sie auf dem Campus.

Donnerstag, 27. März:
Ich kann fast bis zehn schlafen, da wir uns erst um zwölf treffen um ausgeruht zu sein. Die Präsentation habe ich in der Nacht nochmal verbessert und meinen Text ausformuliert. Ich kann ihn zwar nicht auswendig (was auch wenig Sinn macht, denn das klingt einfach nicht gut), aber es hilft mir mich besser auszudrücken und nichts zu vergessen. Ich übe nochmal vorm Spiegel und werfe mich dann in Schale, den schwarzen Anzug, der ja auch in der Vergangenheit schon Erfolg mit sich gebracht hat.


Wir treffen uns in Camillas Wohnung, die direkt am Campus liegt und sind alle sehr aufgeregt, aber im positiven Sinne. Wir gehen die gesamte Präsentation vier Mal durch und schaffen es dabei, dass sie immer genau 30 Minuten lang ist. Von Mal zu Mal werden wir besser und wir bügeln die letzten kleinen Fehler aus. Wir sprechen uns Mut zu, können aber alle nichts essen.

So geht es mit leeren Magen zur Media School, wo uns das Team, das vor uns dran war schon entgegen kommt. Alle sehen erleichtert aus und erzählen, dass die beiden Herren von Jean Paul Gaultier sehr nett wären. Wir betreten den Präsentationsraum, in dem nur unsere Kurs-Administratorin Elaine sitzt. Wir bauen alles so auf wie wir es brauchen, testen die Lautsprecher und rücken Tische. Ich bekomme kurz Panik, da die Schriftarten wieder durcheinander sind, als ich die Präsentation vom Computer im Raum starte. Doch Chetan nimmt alles ruhig in die Hand und schafft es meinen Laptop erfolgreich an den Beamer anzuschließen. Alles sieht wieder so aus wie es aussehen muss.

Happy, happy, joy, joy kurz vor der Präsentation

Ein paar Minuten später öffnet Elsbeth die Tür: "Are you ready for a happy client?" Wir nicken und lächeln wie die Weltmeister, denn all das wird bewertet und entscheidet über die Sympathie zwischen Klient und Agentur. Die beiden Marketing-Manager von Jean Paul werden von Marie, die zur Zeit deren Werbeaccount betreut und die wir schon vom Brief kennen, vorgestellt. Neben diesen Dreien, Elsbeth und Elaine sind auch noch zwei weitere unserer Dozenten anwesend. Die Kamera im Hintergrund läuft und es kann losgehen.

Souverän spricht Kathryn die einleitenden Worte, gemeinsam stellen wir unsere Agentur vor und gehen dann durch die Folien. Von der Marktübersicht und den Konsumenteneinblicken ausgehend formen wir unseren Key Proposition und unsere 'Big Idea'. Wir stellen unsere Zielgruppen vor und abwechselnd präsentieren Camilla und ich den Media Plan und die dazugehörige kreative Umsetzung. Alles läuft super und es gibt keinerlei Pannen. Wie immer bei großen Präsentationen bin ich fast gar nicht mehr aufgeregt und finde Spaß daran. Die beiden Jean Paul-Manager nicken immerzu heftig und machen uns Mut. Elsbeths Gesicht ist undurchsichtig wie immer, aber solange sie nicht rot anläuft ist alles gut. Wieder dauert es genau eine halbe Stunde bis Kathryn die Präsentation mit der Beteuerung wie sehr wir diesen Account haben wollen beschließt und dann ist es fast geschafft.

Wir nehmen vor der Jury Platz und müssen für 15 Minuten Fragen beantworten. Die Manager sind angetan von unserem Konzept und sagen, dass unsere Analyse der Marke "spot on" war. Entspannt beantworten wir die Fragen und haben die Chance einige Dinge noch deutlicher zu machen. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Immer noch happy nach der Präsentation (hier mit dem nächsten Team 'Chocolate')

Danach gönnen wir uns in Dylan's Bar erstmal ein äußerst verspätetes Mittagessen. Zwischen Bier und Fish Fingers verfallen wir in eine kleine Euphorie nachdem die Präsentation so gut gelaufen ist und malen uns erste Siegchancen aus. Wir loben unsere konfliktfreie Zusammenarbeit, denn während sich andere Gruppen vier Stunden lang über den Inhalt einer einzigen Folie stritten, harmonierten wir trotz einiger Schwächephasen gut und arbeiteten effektiv.

Entspanntes Mittagessen um 16 Uhr

Teamfoto in Dylan's Bar

Zurück in Camillas Wohnung gönnen wir uns ein paar Gläschen Sekt. Wir versuchen die Euphorie wieder etwas zu bremsen, doch mir wird klar, dass wir alle enttäuscht sein werden, wenn wir nicht gewinnen. Wir stehen komplett hinter unserer Idee.

17:30 finden wir uns mit den fünf anderen Gruppen wieder in der Media School ein. Marie lobt unsere Präsentationen und richtet aus, dass die Jean Paul-Manager von deren Professionalität überrascht und beeindruckt waren. Sie werden definitv einige unserer Ideen in ihre Arbeit einfließen lassen. Marie gibt ein kurzes Feedback zu jeder Gruppe. Mit jeder Gruppe, die sie vor uns vorliest steigen meine Hoffnungen ein bisschen, denn ich glaube, dass es ein gutes Zeichen ist. Unser Zettel ist dann auch der letzte und das Feedback ist sehr positiv. Unsere durchgehende logische Struktur konnte beeindrucken und wir scheinen die Marke in ihrer Essenz verstanden zu haben. Marie sagt: "I don't know how you did it, but the first thing I wrote down was: 'They look knowledgable.' Als der einzige Kritikpunkt ist, dass wir zu viele Media Objectives hatten, weiß ich, dass wir gute Chancen auf den Sieg haben.

Marie macht es noch einmal spannend und kündigt dann das Sieger-Team an: Rocket Media. Ein bisschen ungläubig springen wir auf und fallen uns in die Arme. In diesem Augenblick weiß ich, dass es jede Sekunde der Arbeit, jede schlaflose Nacht wert war. Überglücklich nehmen wir die Gratulationen und ein paar Bücher entgegen.

So sehen Sieger aus

In Camillas Wohnung ziehen wir uns danach alle um, denn der Abschluss des Tages und auch des Unterrichts-Teils unseres Studiums ist ein förmliches Dinner mit anschließender Party. Immer noch überglücklich und stolz machen wir uns auf ins Stadtzentrum und genießen im Tafelsaal eines historischen Hotels ein Drei-Gänge-Menü. Es gibt Ansprachen unserer Dozenten und einiger Studenten, inklusive einiger kleiner Tränchen, denn wir haben einen bedeutenden Abschnitt unseres Lebens geschafft. Gleichzeitig wird uns allen klar, was es für eine Bereicherung ist mit so vielen verschiedenen Menschen und Kulturen zusammen zu sein und Erfahrungen zu teilen.


Im Nebenzimmer wird dann noch ordentlich das Tanzbein geschwungen, doch lange halten wir alle nicht mehr durch, denn der Stress der letzten Wochen steht uns ins Gesicht geschrieben. Wir alle freuen uns auf das letzte Drittel unseres Studiums, das wir weiterhin vor allem zusammen genießen wollen.

Samstag, 29. März:
Ich sitze im Flugzeug nach Hause und bin unglaublich froh, dass alles geschafft ist. Und ein bisschen stolz auch.

Monday, February 25, 2008

Dialogue of the Day

Direct Marketing Seminar, kurze Pause für die Raucher. Im Zimmer sind nur Camilla, Jennifer, Kathryn, Chetan und ich (alle Mitglieder unseres Campaign Planning-Teams), sowie unser Dozent Ted.

Chetan: "We should really decide before Wednesday whether we're going to that gay bar in London or not."
[alle brechen in Gelächter aus, Ted blickt geschockt drein]
Chetan: "No, I mean we really should think about it and prepare the right things."
Ted: "That's surely an interesting subject."
Chetan: "It's for our campaign planning project. We're doing research."
Ted: "Sure you are!"

Saturday, February 23, 2008

I'm so excited!

Okay, was gibt's neues? Am Montag zitterten wir erstmal vor dem Büro von Elsbeth, die darauf bestand das Feedback für ihr Assignment persönlich zu überbringen. Gut zu wissen, dass ihre Aura nicht nur mir gelegentlich Angst einflößt. Doch anstatt einer Standpauke gab's 75 Prozent für meine Arbeit und ein paar lobende Worte.

Lobende Worte auch von der Hausverwaltung heute: der nächste goldene Stern! Nachdem Erin und ich die Küche am letzten Wochenende blitzeblank geputzt haben (Erin hat am Herd all ihre Fingernägel kurzgeschrubbt), haben wir aber auch nichts anderes erwartet. Einzige Bemerkung auf dem Zettel außer "perfekt": "Didn't see the vacuum cleaner." Na, wer hatte ihn wohl versteckt?

Trotzdem kam heute auch die Ernüchterung über die viele Arbeit, die in den nächsten Wochen auf uns zukommt. Das Dissertations-Thema muss schon Ende April eingereicht werden und ich habe noch keinerlei Idee was ich machen könnte. In den nächsten drei Wochen sind auch zwei Coursework-Assignments zu erledigen und noch dazu unser großes Campaign Planning Projekt für Jean Paul Gaultier Perfumes. Zur Endpräsentation wird nicht nur die aktuelle Marketing Communications-Agentur von Jean Paul Gaultier kommen, sondern auch der Marketing Director. Da sollte also ein solides Konzept stehen, aber zur Zeit wissen wir einfach nicht in welche Richtung es gehen soll. Kurz gesagt: die bisherige Kommunikationsstrategie der Marke ist äußerst schwul. Weiterverfolgen oder umkrempeln?

Um in die richtige Richtung zu arbeiten haben wir uns deshalb heute ganz spontan (und mit der überschwänglichen Freude kleiner Kinder) entschlossen am Mittwoch nach London zu fahren und vor dem JPG-Flagstore und in den Einkaufsstraßen Primary Research zu betreiben. Wir können am Ende des Projekts ja nicht ernsthaft damit ankommen, dass wir die Konsumentenforschung in Poole (wo sich die Senioren gegenseitig über den Haufen rennen und fahren) gemacht haben. Hostel am Piccadilly Circus ist auch schon gebucht und Chetan darf sich freuen die Nacht mit vier Damen in einem "Pod" zu verbringen. Das wird ein Spaß!

Saturday, February 09, 2008

Chinese New Year

Die letzte Woche war nicht unbedingt die erfreulichste, da sich böse Adware-Programme und Viren auf meinem Laptop breit gemacht hatten und den ein oder anderen Nervenzusammenbruch verursacht haben. So weit, dass ich mitten in der Nacht Daddy um Hilfe bitten musste, da auf meinem Bildschirm außer meinem Hintergrundbild nichts mehr zu sehen war und die Präsentation für den nächsten Tag gleich mit verschluckt war. In konzentrierter Arbeit am nächsten Morgen konnte das Problem aber noch gelöst und die Präsentation fertig gestellt werden. Und zu allem Überfluß habe ich bei Elsbeth auch noch positive Worte wahrgenommen während der Präsentation. Also so positiv wie das bei ihr halt sein kann, was im Prinzip bedeutet, dass sie uns nicht direkt den Kopf abreißt. Mit der Gruppe nach uns hatte sie da weniger Erbarmen und nach der Hälfe und einem "I'm very disappointed with you" durften sich die vier wieder hinsetzen.

Das erfreuliche Highlight dieser Woche war dann das Chinesische Neujahrsfest am Mittwoch Abend. Versammelt hatten sich neben ein paar Chinesen auch noch diverse andere Nationen und wir haben alle zusammen chinesisch und thailändisch gekocht, sowie uns Glück in allen möglichen Sprachen gewünscht. Nach dem Essen wäre ich fast geplatzt. Und mein Glückskeks hat mir "Ladys luck" versprochen. Na dann...

Die Feiergesellschaft im Jahr der Ratte
Vivian, Fiona und Lotus (oder Chen, Fang und Xi)
wünschen uns Glück

Hhhmmmm...

Morgen müssen wir alle früh raus, denn es geht nach London. Shopping in Camden Town und Neujahrsparaden in Soho stehen auf dem Plan.

Thursday, January 31, 2008

Pitch, not bitch!

Gestern hatten wir je 15 Minuten Zeit um Claire von der Londoner Consumer Research Agency 2CV in einer Präsentation von uns zu überzeugen. Sie war extra angereist um zu hören, was wir im letzten Term erarbeitet und gelernt haben. Im Prinzip ging es nur darum die drei Präsentationen, die wir bereits gemacht hatten zu einem runden Ganzen zu verbinden und Claire als Client davon zu überzeugen, dass wir genau die richtigen für sie sind. Leider ist mein Teammitglied Lucy diese Woche in London auf der Asia Expo, also habe ich die Präsentation allein gehalten.

Es gab nichts zu verlieren, keine Noten oder so, sondern sollte einfach nur eine praktische Übung sein. Es lief wirklich gut bei mir und ich habe nach der Präsentation ein sehr gutes Feedback bekommen, worüber ich mich schon sehr gefreut habe. Und heute Morgen kam dann noch diese E-Mail von unserer Dozentin Janice:

Dear all,

Thank you all for putting together your presentations. Claire was impressed with the depth in your thought and the way in which you were able to articulate recommendations for your client. She had some excellent advice for all and has promised she will be sending us an email capturing it.

It was difficult for us to select a winner, the teams had numerous strengths. At the end of the day there were two clear runner ups and after a lengthy discussion it was decided that there should be two joint winners. For the way they articulated the research findings and discussed theoretical issues with competence drawing excellent conclusions and recommendations for their clients the winning agencies are:

MILK and
CONZOOMER

Well done to all team members. You will be receiving a certificate from 2CV and lunch tokens for lunch at a Bournemouth based Chinese restaurant. I will be contacting teams individually to make the arrangements and to congratulate you in person.

A very proud tutor,
Janice

CONZOOMER, das sind wir und jetzt kann ich mich über chinesisches Essen freuen. Ich bin wirklich überrascht gewonnen zu haben, gerade wo ich es allein machen musste (andere Gruppen hatten bis zu vier Mitglieder) und einige sehr viel mehr Erfahrung mit dem Pitchen für Kampagnen und Aufträge haben.

Eine erfolgreiche Woche!

Tuesday, January 29, 2008

Rennender Flugbetrieb mit Auszeichnung

Am Wochenende war ich mit Elsie bei einem Konzert im Opera House in Boscombe. Gespielt haben Air Traffic, die Lokalhelden aus Bournemouth sind und deshalb auch Muttis und Omis auf der Tribüne versammelten hatten. Wir kannten sie nur von MySpace und hatten, als wir im Opera House angekommen waren, ein bisschen Angst aus Versehen bei Tokio Hotel oder einem taiwanesischen Equivalent gelandet zu sein. Ich fühle mich ja selten mal alt bei Konzerten, aber da war es der Fall. War trotzdem schön und die Supportband The Runners mit hyperaktivem Sänger und toller Frisur waren sogar noch besser und definitiv eine interessante Neuentdeckung.

Danach ist der Bus trotz einer heftigen Winkattacke an mir vorbei gefahren. Und das gerade wo ich davon überzeugt war, dass Busfahrer in diesem Land sehr viel freundlicher sind als in Deutschland. Es gibt hier nämlich Robbie, The Legend Bournemouth Uni Bus Driver, mit eigener Facebook-Gruppe, der es schafft einem selbst am verregnetsten Montagmorgen gutgelaunt ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, wenn man zu ihm einsteigt. Er hält auch gerne an unplanmäßigen Haltestellen und wartet trotz Zeitdrucks auch immer auf die Nachzügler, die morgens um acht schlaftrunken den Weg zum Bus nicht so schnell bewältigen können. Und eine Gratisfahrt gibt's auch ab und zu.

Und diese Woche gab's unsere beiden anderen Assignments zurück. Zweimal Distinction mit 75 und 76 Prozent! Whoohoo!

Monday, January 21, 2008

Squee!

A discussion on the view that linear sequential models fail to recognise the most important, yet unpredictable part of the communication process - the consumer.

3.849 W
örter, genau ein Wort unter dem Wortlimit. Ich bin mir sicher, dass Elsbeth mir das nicht glauben wird und akribisch nachzählt oder noch eine elektronische Version anfordert. Um kurz vor drei Uhr diese Nacht war ich endlich fertig, nachdem mich die fehlende logische Struktur meines Geschreibsels fast in den Wahnsinn getrieben hat, aber jetzt ist es abgegeben und alle anderen sahen heute Morgen nicht viel besser aus als ich.

Es gab daf
ür jede Menge aufgeregtes Quieken heute Morgen als wir uns nach den Ferien für den ersten Kurs des neuen Terms endlich wiedergesehen haben. Andere erzählen von Erholung an weißen Sandstränden in Thailand, ich von Schneestürmen in Tschechien. Ernüchterung machte sich erst wieder breit, als Hilary ankündigte, dass wir natürlich auch für unseren Public Relations-Kurs ein nettes Assignment anfertigen dürfen.

Am Freitag habe ich aber zumindest den ersten Motivationsschub bekommen, als ich mein Feedback f
ür das Consumer Behaviour-Assignment bekommen habe. 67% und somit ein gutes B und sicher bestanden. Ich hoffe das geht mit den anderen Assignments so weiter...

Wednesday, December 12, 2007

Das Leben hat uns wieder!

Seit Montag, 12 Uhr mittags, sind wir MAMCler wieder frei und springen fröhlich durch die Gegend. Nicht unbedingt im wahrsten Sinne des Wortes, aber im übertragenen auf jeden Fall.

Die letzten beiden Wochen habe ich zum größten Teil in meinem Zimmer verbracht, versteckt hinter Bücherstapeln und dem Nervenzusammenbruch immer ganz nahe. (O-Ton Veena am Montag: "Steph, we havn't seen you for about two weeks! Only when you were walking from the kitchen to your room with fast food in your hands.") Das Strategic Marketing Assignment war das letzte, das ich in Angriff genommen hatte, denn das Thema sagte mir so gar nicht zu. Am Freitag letzter Woche saß ich dann völlig unmotiviert in der Bibliothek und fragte mich, wie ich das verdammte Ding bis zum Montarg fertig bekomme. Aber zu meiner Erleichterung war ich nicht die einzige. So viele deprimierte Gesichter wie an dem Tag habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

Aber nach zwei Nachtschichten und mit eisernem Willen hatte ich Montagmorgen das fertige Assignment in der Hand. Perfekt ist es nicht, aber das ist mir im Moment auch schnurz.

Und so war unser letzter normaler Uni-Tag gestern äußerst entspannt. Graham hat mit uns Worträtsel und ein Weihnachtsquiz gemacht. (Wie alt waren wir noch mal?) Und Mark ist wie immer aus dem Reden nicht herausgekommen. Nachdem er uns schon zum dritten Mal frohe Weihnachten gewünscht hatte, hat er doch wieder angefangen von der Faszination der interaktiven Medien zu reden.

Und gestern Abend dann unser drittes MAMC Dinner, diesmal in einer spanischen Tapas-Bar. Shadab, eine unserer Kommilitoninnen, hatte ihren Sohn Ayhan mit dabei und wir waren alle so fasziniert von ihm, dass er uns wahrscheinlich für komplett verrückt gehalten hat. Aber so ein unglaublich niedliches Kind habe ich echt noch nie gesehen.

In die Clubs ist er mit uns danach aber nicht mehr gekommen, denn mit vier wird das ein bisschen schwierig. Ich kann ja froh sein, dass ich immer rein komme, aber wenigstens bin ich hier nicht die einzige, die dauernd ihren Ausweis zeigen muss.

Schwund gab es zwar leider auch, denn es sind zwei Jacken und ein Handy auf der Strecke geblieben, aber da kann man nichts machen. Nur ein bisschen blöd, wenn man bei -7°C plötzlich keine Jacke mehr hat. Wenigstens hatten wir zur Abwechslung mal einen wirklich netten Taxifahrer erwischt, der uns nicht erst über fünf Umwege nach Poole gefahren hat und sich mit Beti und mir unterhalten hat, während Ivan mit dem chinesischen Nachtsnack auf dem Schoß schon eingeschlafen war.

Melon, Beti, May und Hiko in der Tapas-Bar
Apostolis, Chris und Auke, die entweder für eine andere Kamera posieren oder eine der diversen englischen Damen mit "Bei -7°C reicht mir ein dünner Stofffetzen"-Outfit begutachten.
Beti und Melon auf der Tanzfläche
Ivan der Schreckliche
May und ich

Monday, December 10, 2007

Word count: 3.490



done.



Friday, December 07, 2007

One to go!

A critical analysis of IKEA's use of interactive campaign elements on its UK website with the example of 'Dream Kitchens for Everyone' drawing on a theoretical framework proposed by Hoffman and Novak (1996)


3.482 Wörter. Done.

Diverse Partys für nächste Woche, wenn unser Leben wieder losgeht, sind schon geplant.

Sunday, December 02, 2007

Juuuhuuuu!

Erstes Assignment geschafft und abgabebereit! 3.437 Wörter zum Thema:

How can the Finnish Tourist Board (MEK) use Campbell's theory on modern hedonism to promote Finland as a travel destination among foreign tourists?

Mal sehen, ob's für mehr als 50 Prozent reicht...

Friday, November 23, 2007

It's beginning to look a lot like Christmas...

...jedenfalls deuten die Temperaturen schon auf Weihnachten hin. In den letzen Tagen gab's auch einige schöne Winterstürme, die über die nächtliche Szenerie vom Poole hinweg zogen und von meinem Fenster recht beeindruckend aussahen.

Und mit Weihnachten kommen auch die Abgabetermine der Assignments näher. Ich schreibe lieber nichts weiter dazu, denn es gibt noch so viel zu tun.

Der Heimflug ist inzwischen auch schon gebucht und wir planen fleißig wie wir die letzten Tage des Terms nach den Abgaben der Assignments verbringen. Ich muss unbedingt nochmal nach London um bei David and Goliath einzukaufen. Melon und May waren letztes Wochenende da und Melon hat sich das Shirt gekauft, was ich auch noch unbedingt haben wollte: Stein sagt zu Lineal "You rule", Lineal sagt zu Stein "You rock."

Am Montag war unser zweites MAMC Dinner, da Michelle am Sonntag Geburtstag hatte und uns eingeladen hat. Diesmal waren wir in dem Restaurant, in das wir schon beim letzten Mal wollten und haben orientalisches Essen genossen.

v.r.: Auke (und sein spanisches Bier), Chetan, Ashish,
Kathryn, Hiko und ein Drittel von Imogen


In zwei Wochen haben wir dann ein großes Christmas-Dinner inklusive Secret Santa. Ich habe Chetan gezogen und weiß zwar noch nicht was genau ich ihm kaufe, aber ich bin mir sicher, dass er sich über irgendetwas was mit Musik zu tun hat, freuen wird.

Melon und ich
(oder: Wassermelone und Strawberry)

Chetan ist übrigens aus unserer Wohnung ausgezogen. Lag aber nicht an mir und meiner ständigen lauten Musik, sondern daran, dass er ohnehin nur in seinem Zimmer geschlafen hat und ansonsten immer in Ashishs Wohnung war. Da dort auch noch ein Zimmer frei war, hat er einfach getauscht und jetzt sind wir nur noch drei.

Simon saß in den letzten Tagen immer in der Küche und hat seine Hausaufgaben gemacht oder Gitarre gespielt. Immer in der Hoffnung, dass er einen Blick auf "the mysterious towel women" werfen kann. Wir hatten einen Brief auf dem Küchentisch, der besagte, dass bei einem Mädchen die Dusche defekt ist und sie deshalb zu uns in die Wohnung kommt, um in einem leeren Zimmer zu duschen. Und Simon hat sich schon die schönsten Dinge ausgemalt, wie sie nur mit einem Handtuch bekleidet über unseren Gang schwebt. Männer. Gesehen haben wir sie übrigens nie.

Und gestern gab's dann auch noch einen kleinen Notfall bei uns. Ich lag noch schlummernd im Bett, als mich Fiona völlig verzweifelt anrief und mir sagte, dass sie ihren USB-Stick in ihrem Zimmer vergessen hat, auf dem ihr Projekt war, das sie bis 12 Uhr abgeben musste. Sie konnte aber nicht mehr aus der Uni zurück kommen, weil sie ein Examen hatte. Also ich mich schnell angezogen, an der Rezeption die Situation erklärt und die haben mir gesagt, dass Fiona sie erst anrufen muss, damit das auch klar geht. Dann habe ich eine halbe Stunde lang versucht Fiona zu erreichen, doch ihr Handy war ausgeschaltet. Aber am Ende ist doch noch alles gut gegangen. Fiona hat bei der Rezeption Bescheid gegeben, ich wurde ins Zimmer gelassen, Simon hat den USB-Stick mit in die Uni genommen und das Projekt wurde rechtzeitig eingereicht.

Thursday, November 08, 2007

Guy Fawkes Day und andere emotionale Feuerwerke

Am Montag war in England Guy Fawkes Day, auch Bonfire Day genannt. Endlich konnte ich mal was erleben, was ich sonst nur aus dem Englischunterricht in der Schule kannte. Gefeiert wird dabei jedes Jahr der missglückte Versuch von Guy Fawkes und seinen Mannen im Jahr 1605 das Parlamentsgebäude in die Luft zu sprengen. Es gibt überall große Feuerwerke und Leuchtfeuer und die Menschen kommen zusammen um sie sich anzusehen.

Ich war mit Fiona und Simon am Quay in Poole. Das ganze Hafenufer war gefüllt mit Menschen. Wir waren erstaunt, dass es überhaupt so viele Leute gibt in Poole. Um acht Uhr begann dann das große Feuerwerk. Die Raketen wurden direkt von einem Schiff vor der Küste in den Himmel geschossen und ich muss sagen, dass das ein richtig tolles Erlebnis war. Es hatte was romantisches mit all den alten Fischerbooten im Vordergrund und dahinter die bunten Lichter am Himmel. Für 25 Minuten herrschte bis auf ein paar staunende Ausrufe andächtige Stille unter den tausenden von Menschen.

Ansonsten gab's diese Woche wieder viel Arbeit, lange Stunden in der Bibliothek und den ersten Moment, in dem ich mich einem Nervenzusammenbruch recht nah fühlte. Aber alles wieder vorbei. Unser Werbepitch heute ist richtig gut gelaufen. Melon, Lucy und ich hatten Angst, dass uns Elsbeth nach der Präsentation unseres Konzeptes für Levi's 501 in der Luft zerreißen würde, aber sie hatte heute weit weniger auszusetzen als sonst. Trotz einigen Makeln in der Zielgruppenbestimmung fand sie unsere Idee zur kreativen Umsetzung ganz toll. Andere mussten dafür bei ihren Präsentationen ein bisschen mehr leiden. Die Reaktion von Elsbeth auf eine Folie mit schlecht definierten Advertising Objectives: "For this slide, I wanna slap you." Sie ist echt ein Original.

Meine erste Note habe ich heute auch bekommen und war erleichtert. 62 Prozent für unsere Präsentation zu Csikszentmihalyis Theorie von der Bedeutung der Dinge. Das ist im guten Mittelfeld und wir haben ein hilfreiches Feedback für die nächsten Präsentationen bekommen. Von unserer heutigen war der Kurs recht angetan und ich hoffe wir konnten uns diesmal noch steigern.


Und noch was freudiges: Wir haben einen Goldstern bekommen! Bei der Wohnunginspektion haben wir so gut abgeschnitten, dass sie aus lauter Verzweiflung schon bemängeln mussten, dass auf den Küchenschränken Fingerabdrücke zu sehen sind. Und sogar meinen geliebten Staubsauger hat uns Dave, der Mann für alles, wieder repariert. Juhu!

Thursday, November 01, 2007

Up to Date

Uni läuft. Steht immer noch am selben Fleck, aber läuft. Viel Arbeit, drei Assignments bis Dezember, zwei Consumer Behaviour-Präsentationen, jede Woche einen Pitch um ein neues Werbeprojekt. Zumindest kann ich noch behaupten, dass ich halbwegs Ahnung von dem habe was ich da mache. (Ich bräuchte übrigens professionelle Hilfe bei der Aussprache des in jedem Fach beliebten Ungar Mihalyi Csikszentmihalyi. Na, wer kann helfen?)

Um nicht in Depressionen zu verfallen, müssen wir natürlich jede Woche etwas unternehmen. Am Dienstag gab's unser erstes MAMC Dinner in einem kleinen libanesischen Restaurant. Zwei unserer Dozenten waren auch dabei und das war ein sehr schöner Abend. Wir haben uns alle die Regel auferlegt, dass wir bei solchen Dingen nicht übers Studium sprechen. Wie so einige andere auch, macht es mich verrückt, wenn man dauernd über irgendwelche Arbeiten spricht und wie weit die anderen schon sind. Erinnert sich vielleicht noch jemand an die BT?

Auke nimmt viel Platz ein zwischen Melon und mir. Ich mache an dieser Stelle keine Witze über Holländer und erzähle sie Auke lieber gleich selbst.

Nach dem Essen war ich ziemlich müde und wollte mit Amit und Uche wieder nach Poole fahren. Ein paar andere Leute aus unserem Haus sind noch geblieben und wollten später ein Taxi nehmen. Sparsam wie wir sind (und nach dem £24 Debakel vorletzten Samstag) haben wir den letzten Bus genommen. Erst mussten wir warten und dann hat die Fahrt 45 Minuten gedauert. Als wir von der Bushaltestelle nach Hause gingen, fiel mir neben meinem Zimmer ein Licht auf: "Is there light in Chetan's room?" Amit: "Seems so". Die anderen sind später gegangen und waren immer noch früher da als wir. Manche Busse fahren aber auch unglaublich langsam.


Nächste Woche: Wohnungsinspektion! Da sollten wir nochmal die Küche saubermachen, denn immerhin gibt es Goldsterne für die Saubermänner und -frauen zu gewinnen. Aber ich hab natürlich bereits unseren Staubsauger kaputt gemacht und muss das bis dahin noch mit ein bisschen Kleber vertuschen. Das wird einige jetzt nicht verwundern, nicht? Dabei habe ich gar nicht exzessiv gesaugt. Wer kann denn ahnen das dem Ding gleich ein Rad abfällt.

Inzwischen habe ich auch die Senderanzahl meines Fernsehers von vier auf 25 aufgestockt indem ich mir eine Set-Top-Box für £4,99 geleistet habe. Nicht dass das Programm dadurch an Niveau gewonnen hätte, aber immerhin hab ich jetzt mehr Auswahl zwischen den ganzen schlechten Dingen und BBC Four um immer sofort die neueste QI-Folge zu sehen. Am Samstag bin ich aber bei einem alten Bekannten hängengeblieben: dem "Familienduell". Werner Schulze-Erdel ist hier deutlich jünger und attraktiver, aber einige Antworten waren echt der Brüller. Kleine Auswahl:
Name something you might lose when getting older. - Purse.
Name a type of bean. - Lesbian.

Vorteil vom Leben in England: Man bekommt ein paar der Kinofilme schon früher zu sehen als in Deutschland. Und man muss nicht erst warten bis das geliebte Metropolis Köln die Filme dann auch in Englisch im Programm hat. Und deshalb saß ich am letzten Freitag mit immerhin sieben anderen Leuten auch gleich in der ersten Vorstellung von David Cronenbergs neuem Film "Eastern Promises". Sollte ich erwähnen, dass Viggo Mortensen da die Hauptrolle spielt und es vielleicht daran lag? Unbedingt empfehlenswert, es sei denn natürlich, man hat ein Problem damit innerhalb eines Films drei aufgeschlitzte Kehlen, abgeknipste Finger und einen nackten Viggo Mortensen zu sehen. Das klang jetzt nicht besonders einladend, oder? Werbung ist einfach nicht mein Ding. (Upps, was für einen Kurs mache ich nochmal?)